Altersvorsorge: Frisst Corona das Ersparte auf?

Vorsorgekonzepte Top News Berater Corona von Oliver Lepold

procontra blickt auf die Verwerfungen der letzten Monate am Kapitalmarkt und fragt bei Experten nach. Inwieweit haben Makler bei ihren Bestandskunden speziellen Erklärungsbedarf?

Lösen sich die Ersparnisse jetzt in Luft auf? Sicher nicht. Aber sprechen Sie mit Ihren Bestandskunden jetzt über Alternativen in der Altersvorsorge

Lösen sich die Ersparnisse jetzt in Luft auf? Sicher nicht. Aber sprechen Sie mit Ihren Bestandskunden jetzt über Alternativen in der Altersvorsorge. Bild: zenzen

Der schnellste Aktienabsturz, den es in Deutschland je gab. In lediglich vier Wochen verlor der Deutsche Aktienindex Dax, Flaggschiff der deutschen Börsenkultur, bis Ende März 2020 rund 40 Prozent seines Wertes. Entsprechend hektisch wurden Aktien und Fonds veräußert – so stiegen die Nettoerlöse der Deutschen Börse im ersten Quartal um 27 Prozent auf 914,8 Millionen Euro.

Mittlerweile haben die wichtigsten Märkte zur Überraschung vieler Experten einen Großteil der Verluste wiederaufgeholt. Der Dax notiert nach einem Tief von 8.441 Punkten am 18. März rund drei Monate später am 29. Juni bei 12.267 Punkten und ist nicht mehr weit vom Stand vor Beginn der Corona-Börsenkrise entfernt (am 19. Februar notierte der Dax bei 13.789 Punkten). Dabei scheint noch völlig unklar, wie sich die Pandemie mittel- und langfristig auf die wichtigsten Wirtschaftszweige der Weltwirtschaft auswirkt.

Vertriebsfördernder Effekt durch Corona

Wie sind die fondsgebundenen Altersvorsorge-Portfolios deutscher Anleger durch die Achterbahn der Corona-Börsenkrise gekommen? „Die Schäden, die wir wahrnehmen sind begrenzt“, sagt Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge- und Finanzplanung (IVFP). „Es hat sich weder bei der Liquidität im Markt, noch bei den Regeln der Altersvorsorge etwas Maßgebliches verändert“, so der Experte. Es gelte nach wie vor: Wer über den ausreichenden Anlagehorizont verfügt, sollte so früh wie möglich mit der Altersvorsorge über Fondspolicen beginnen.

Es sei sogar ein vertriebsfördernder Effekt durch Corona erkennbar. „Ich denke, dass viele Menschen durch die Krise sensibilisiert wurden und sich nun mehr Gedanken, um ihre wirtschaftliche Absicherung im Alter machen“, so Hauer. Laut einer YouGov-Studie denkt immerhin jeder dritte Verbraucher nun intensiver über Altersvorsorge nach, weil man erkannt hat, wie wichtig finanzielle Unabhängigkeit in anhaltenden Krisenzeiten ist.

Hier können Makler eigentlich sehr gut ansetzen. Die drei risikomindernden Faktoren sind schließlich alle noch anwendbar: eine lange Laufzeit, möglichst breite Diversifizierung und der Cost-Average-Effekt. Gerade zaudernden Kunden, die den Börsen nicht mehr trauen und mit einer Einmalanlage lieber noch warten möchten, rät der IVFP-Experte zu einem Einstiegsmanagement, das viele Versicherer mittlerweile anbieten. So wird die Gefahr eines falschen Einstiegszeitpunkts (zum Beispiel unmittelbar vor einer langen Baisse) wirkungsvoll gebannt.

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