Betriebsausfall, -schließung oder -unterbrechung: Wer leistet wann?

Florian Burghardt Handelsschutz Berater Top News

Betriebsausfall? Betriebsschließung? Oder Betriebsunterbrechung? Wo liegen eigentlich die Unterschiede? Wer leistet wann und für welchen Kunden ist was geeignet?

geschlossen

Ein Betrieb kann aus vielen Gründen stillstehen. Wichtig ist, dass man dann über eine entsprechende Police verfügt, die den finanziellen Schaden ersetzt. Bild: Pixabay

Die Palette der Versicherungsprodukte ist vielseitig. Gerade bei Konzepten, die ähnlich klingen oder gleichartige Risiken versichern, kann man schon mal durcheinanderkommen. Zwei Begriffe, die vor allem in der aktuellen Corona-Pandemie häufig miteinander verwechselt werden, sind die Betriebsschließungsversicherung (BSV) und die Betriebsunterbrechungsversicherung (BU).

Erstere steht schon seit Monaten besonders im Fokus. Schließlich wird darüber gestritten, ob die Policen auch die Schäden abdecken, die durch die behördlichen Allgemeinverfügungen entstanden sind. Viele Branchen standen monatelang still – manche tun es immer noch – während Fixkosten wie Miete, Gehälter oder auch Versicherungen weiterliefen. Die Schließungen erfolgten von behördlicher Seite als Vorsichtsmaßnahme, obwohl in den meisten Betrieben kein Corona-Fall aufgetreten war. Das ist ein absoluter Sonderfall für die Branche. Klarheit über die Leistungspflicht der Versicherer werden wohl erst die vielen Gerichtsverfahren bringen, die nun nach und nach anlaufen.

BSV gibt es auch ohne Corona

Eigentlich ist die BSV nämlich wie folgt gedacht: Ein Betrieb, beispielsweise ein Restaurant, muss aufgrund einer behördlichen Einzelverfügung für einige Wochen schließen. Normalerweise hat sich dann ein versichertes Risiko – Gastronomen fürchten besonders Salmonellen in ihren Küchen – direkt im Betrieb verwirklicht. Das Lokal muss dann entseucht und desinfiziert werden. In dieser Zeit steht der Betrieb still und es entstehen Kosten. Diese werden dann im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme und Haftzeit (meistens 30 oder 60 Tage) vom BSV-Anbieter ersetzt. Die BSV eignet sich vor allem für Unternehmen aus der Lebensmittelbranche.

Seien es alle Arten von gastronomischen Betrieben als auch von Händlern und Zulieferern. Bei ihnen sind Sorgfalt und Sauberkeit besonders wichtig und sie werden dabei sehr genau von den Gesundheitsämtern überwacht. BSV-Policen sind relativ günstig zu haben, aktuell haben aber viele Versicherer noch einen Zeichnungsstopp aufgrund der offenen Rechtsfragen. Das Geschäft wird wieder anlaufen. Es ist aber fraglich, ob dann überhaupt noch in irgendeiner Form ein Pandemie-Schutz über diese Sparte erhältlich sein wird.

Seite 1: Die Betriebsschließungsversicherung
Seite 2: Betriebsunterbrechung und Betriebsausfall