BiPRO auf der Überholspur

Stefan Terliesner BiPRO Digital Top News Berater

Nachdem zwei Bremsklötze aus dem Weg geräumt wurden, finden die Normen in der Versicherungsbranche mittlerweile breite Anwendung. Jetzt kommt es auf Makler an.

Erstes Resümee zur BiPRO-Implementierung

Erstes Resümee zur BiPRO-Implementierung: vereinfachte Prozesse und eine erhöhte Dunkelverarbeitungsquote. Bild: Adobe stock/phonlamaiphoto

Wenn eine große Unternehmensberatung eine Studie zu einem Thema macht, darf man davon ausgehen, dass dieser Sachverhalt in Kürze ordentlich Fahrt aufnehmen wird. So ist das auch mit den BiPRO-Normen. Deloitte hat dazu gemeinsam mit dem BiPRO-Verein eine Umfrage durchgeführt. Das Werk „BiPRO als Branchenstandard der digitalen Vernetzung und Wegbereiter neuer Geschäftsmodelle“ ist zwar bereits ein Jahr alt, aber die Zeit danach hat den in der Studie herausgearbeiteten Trends bestätigt: BiPRO-Normen entwickelt sich zu einem Industriestandard.

Versicherer öffnen sich

In den vergangenen zwölf Monaten haben Versicherer und Branchendienstleister in immer kürzeren Abständen verkündet, dass sie in ihren Prozessen BiPRO-Schnittstellen integriert haben und sich damit nach außen öffnen. Häufig wurde die Nachricht als Pressemitteilung veröffentlicht. Das belegt, wie wichtig den Akteuren das Thema ist. Entscheidende Fortschritte fanden aber oft im Hintergrund statt. So haben fast alle Versicherer große Anstrengungen unternommen, ihre eigenen Backend-Systeme so einzurichten, dass sie digitale Prozesse unterstützen. Diese Befähigung ist Voraussetzung, um sich überhaupt mit Partnern vernetzen zu können.

In der gemeinsamen Studie von Deloitte und BiPRO e.V. räumten die Befragten der Befähigung ihrer Backend-Systeme höchste Priorität ein. Die Studienteilnehmer gaben aber auch an, dass sie dafür sechs bis zwölf Monate benötigen. Diese Zeitspanne ist jetzt rum. Und siehe da, BiPRO ist auf die Überholspur gewechselt. Denn sobald das Backend-System über BiPRO-Schnittstellen kommunizieren kann, können alle bekannten und potenziellen Partner mit vergleichsweise geringem Aufwand technisch angebunden werden.

Prozesse deutlich vereinfacht

procontra hat bei Deloitte aktuelle Praxiserfahrungen recherchiert. Manfred Toews und Markus Vossler, beide aus dem Bereich Insurance Operations – Core Insurance bei Deloitte, bestätigen: „Wir haben in mehreren Projekten bei Versicherern BiPRO implementiert und im Einsatz. Unserer Erfahrung nach lässt sich resümieren, dass die Prozesse deutlich vereinfacht wurden und eine erhöhte Dunkelverarbeitungsquote erzielt werden konnte.“ In der Vergangenheit hätte es zwei Bremsklötze gegeben: Erstens die teils veralteten Backend-Systeme. Und zweitens der langwierige Normierungsprozess zwischen den Mitgliedern des BiPRO-Vereins.

Auf Letzteren hat der Verein mit der neuen Normengeneration RNext reagiert. Vor allem aber muss RNext neue Technologien unterstützen. Auch den teilweise sehr punktuellen Bedarf bei Prozessen müssen Normen heutzutage schnell abdecken können; sie müssen also „agil“ entstehen, um ein bekanntes Schlagwort aus der Software-Szene zu benutzen. Hierauf weist der BiPRO-Verein ausdrücklich hin. Seinen Angaben zufolge erfüllt die neue Normengeneration RNext diese Anforderungen.

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