Kfz: Wer haftet für Umweltschäden?

Kfz Versicherungen Berater von Rainer Kreuzer

Wenn bei einem Unfall der Wagen in einen See stürzt und Benzin ausläuft, kann die Sanierung kostspielig ausfallen. Doch wer zahlt, wenn die Umweltbehörde eine saftige Rechnung schickt? Makler sollten auch diesen Aspekt im Kundengespräch erörtern.

Umweltschaden

Bei einem Autounfall kann die Natur stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Doch wer kommt für den entstandenen Schaden auf? Bild: Adobe Stock/michelmond

Klimaschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit sind die Ziele unsere Zeit. Das schlägt sich auch im Haftungsrecht für Kfz-Halter nieder. Wer einen Verkehrsunfall verursacht, muss auch für die Schäden an Pflanzen, Tieren und Natur haften. Und da kommt es mitunter auf das Kleingedruckte in der Police an.

Vergleichsweise einfach zu handhaben sind Fälle, bei denen ein Fahrzeug den Garten des Nachbarn verwüstet oder dort Öl und Benzin verliert. Sofern nicht vorsätzlich oder unter Alkoholeinfluss geschehen, zahlt die übliche Haftpflichtversicherung den Schaden. Doch wenn der Wagen in Rhein oder Elbe stürzt und bei dem Unfall Öl und Benzin austreten, entsteht ein öffentlicher Schaden. Und hier kann das Umweltschadensgesetz (USchG) aus dem Jahr 2007 greifen.

Nach §3 des USchG ist entscheidend, ob der Unfall im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit stattgefunden hat. Unfälle bei Freizeitfahrten bleiben außen vor. Wer mit seinem Auto zur Arbeit fährt und dabei einen öffentlichen Umweltschaden verursacht, kann dem Gesetz zufolge zur Kasse gebeten werden.

Für diese Fälle bieten einige Versicherer eine zusätzliche Umweltschadensversicherung an. Diese übernimmt die Kosten, wenn öffentlich-rechtliche Forderungen auf den Fahrzeughalter zukommen. Doch inzwischen gehört die Haftung gegenüber dieser Art von Forderungen meist zum Standardprogramm einer Kfz-Haftpflichtversicherung, wie Makler Oliver Mest beobachtet. „Ich kenne ehrlich gesagt in der privaten Kfz-Versicherung keine Haftpflicht, in der das nicht enthalten ist.“ Dies bestätigt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Bei über 90 Prozent aller Kfz-Versicherungen seien Umweltschäden bereits mitversichert.

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