Schadenfälle bis 50.000 Euro – Jeder Vierte wurde Opfer von Cyber-Kriminellen

Martin Thaler Cyber-Security Berater Top News

Online-Kriminalität ist für viele Internetnutzer zur traurigen Erfahrung geworden – allerdings machen sie es Kriminellen auch teils sehr einfach. Welche Cyber-Delikte besonders häufig waren und wie sich Kunden schützen, zeigt das neue BSI-Digitalbarometer.

Cyberkriminalität

Jeder vierte Deutsche ist bereits Opfer von Cyber-Kriminalität geworden. Bild: Pixabay/ mohamed_hassan

„Das wird mich schon nicht treffen“ – ein beliebtes Argument vieler Menschen, sich nicht gegen Cyber-Gefahren abzusichern. Doch die Empirie straft dieser Aussage mittlerweile Lügen: Laut dem neuen Digitalbarometer des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist bereits jeder vierte Deutsche von Kriminalität im Internet betroffen gewesen. Von diesen 25 Prozent wurde wiederum jeder Vierte in den vergangenen 12 Monaten Opfer von Cyberkriminalität.  

Die Spannbreite der Schadenssummen ist dabei sehr groß. Während viele Schäden unter hundert Euro liegen, lag der höchste angegebene Schaden bei 50.000. Hinzu kommt der emotionale Schaden, beispielsweise im Falle von Cyber-Mobbing. 25 Prozent der Betroffenen gaben an, dieses erlebt zu haben. Jeweils 23 Prozent beklagten zudem einen Verlust von Daten bzw. einen zeitlichen Schaden – dieser kann beispielsweise eintreten, wenn Daten mutwillig gelöscht und rekonstruiert werden müssen.  

Die häufigsten Schäden (44 Prozent) traten in den vergangenen 12 Monaten durch Betrugsfälle beim Online-Shopping auf, 30 Prozent der Befragten berichteten zudem, dass unautorisiert auf einen Online-Account von Ihnen zugegriffen worden war. Grundlage dieser Daten sind 2000 Interviews, die das BSI und die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes im April dieses Jahres durchgeführt haben.  

Vielfach wird es Hackern sehr leicht gemacht. Nur 57 Prozent der Befragten gaben an, ein aktuelles Virenschutzprogramm installiert zu haben. Weniger als die Hälfte gab an, sichere Passwörter zu verwenden. Jeder zehnte erklärte gar, überhaupt keine Schutzmaßnahmen zu nutzen.  

Ein weiterer Faktor, der es Kriminellen leicht macht, ist, dass die Deutschen mit einer Vielzahl an Geräten im Internet unterwegs sind. „Je mehr Geräte eine Person besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie bereits Opfer von Cyberkriminalität wurde“, heißt es hierzu im Digitalbarometer. Zumal ein Großteil der Befragten Sicherheitsempfehlungen präventiv nicht umsetzt – nur jeder Zehnte gab an, bewusst auf aktuelle Sicherheitsempfehlungen auf Computer- und Technikportalen zu achten.  

Der unautorisierte Zugriff auf Online-Accounts trifft mittlerweile auch Online-Spieler – eine Zielgruppe, die auch für Makler immer interessanter wird. 15 Prozent der Befragten gaben an, Erfahrungen mit unangemessenen Dialogen gemacht zu haben. 11 Prozent wurden betrogen, acht Prozent berichteten von Schadprogrammen, weiteren sechs Prozent wurde der Online-Account gestohlen. Mittlerweile gibt es erste Versicherungen am Markt, beispielsweise von der Ergo, die auch die auf den Accounts gelagerten virtuellen Güter schützen.