Vorsorge wird belohnt: Pures Geld für Ihre Kunden. Oder etwa nicht?

Megatrend Gesundheit von Martin Thaler

Immer mehr Versicherer haben den Trend der Zeit erkannt und unterstützen ihre Kunden nicht mehr nur im Krankheitsfall – sondern präventiv. Wir beleuchten die Vor- und Nachteile dieser Bonusprogramme.

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Den eigenen Mandanten zum Vorteil verhelfen und so "bella figura" machen... Der Gesundheitsmarkt ist dafür doch gemacht. Oder? Bild: shutterstock.com

Bis zu 600 Euro Bonus versprechen die Krankenkassen, wenn Versicherte sich an den Bonusprogrammen beteiligen. Doch was muss ich als Patient dafür tun? Darf ich zu viele Informationen preisgeben? Und lohnen sich solche Programme für mich? Wir sagen Ihnen, worauf Sie als Makler achten müssen.

Wer etwas unternimmt, um seine Gesundheit zu erhalten, wird dafür belohnt. Dies ist das Prinzip von Bonusprogrammen der Krankenkassen. Seit 2015 sind entsprechende Maßnahmen gesetzlich allen Kassen verbindlich vorgeschrieben. Nur bei der konkreten Ausgestaltung und der finanziellen Höhe der Programme dürfen sie sich unterscheiden. Hiervon machen die Anbieter auch regen Gebrauch.

Die Spanne reicht von 35 bis 600 Euro. Solch hohe Summen sind allerdings nur zu erreichen, wenn man zahlreiche Voraussetzungen erfüllt. Hierzu zählen vor allem die Teilnahmen an regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen und Fitnesskursen. Die Belohnung dafür gibt es entweder als Geld- oder als Sachleistung.

Über den Sinn der Bonusprogramme wird immer wieder gestritten. Gegner behaupten, diese nutzten hauptsächlich den Gesundheitsbewussten, die ohnehin gern und viel Sport treiben. Diese würden sich dann ihr Hobby einfach von der Versicherung bezahlen lassen. Bewegungsmuffel dagegen verzichteten lieber auf die oft geringen Summen für einzelne Aktivitäten. Zudem reichten die Bonuszahlungen nicht dafür aus, um beispielsweise die Gebühren eines Fitnessstudios komplett zu ersetzen. Auch die Kosten für Kurse zur Ernährungsberatung oder zur Stressbewältigung übersteigen in der Regel die Auszahlungen der Krankenversicherer.

Andererseits bildet die finanzielle Unterstützung einer Maßnahme häufig genau den entscheidenden Anreiz, um sich doch dafür zu entscheiden. Denn die meisten von uns kennen durchaus ihre Gesundheitsrisiken und spielen mit dem Gedanken, ihren persönlichen Lebensstandard zu verbessern. Und dann stellt eine Zuzahlung genau den entscheidenden Impuls dar, sich im Sportstudio anzumelden oder endlich mit dem Rauchen aufzuhören.

Eventuelle Bedenken bei der Weitergabe von Informationen zum individuellen Verhalten dürften hier keine große Rolle spielen. Schließlich verfügt der Versicherer durch die Rechnungen der Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken über wesentlich privatere und intimere Informationen wie Diagnosen und Krankheitsverläufe. Dagegen sind die Daten eines Bonusheftes zum Nachweis für Kurse oder Untersuchungen geradezu harmlos.

Insgesamt fällt das Fazit somit leicht positiv aus. Mit der Teilnahme an einer Prävention werden die Kunden nicht nur zu einer gesunden Lebensführung motiviert, sondern können sich auch noch Teile ihrer Versicherungsbeiträge zurückholen. Die Kassen wiederum sparen auf lange Sicht hohe Behandlungskosten und können so die Beiträge eher stabil halten. Letztlich spricht man dann wohl von einer Win-Win-Situation.

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