Versicherungsschutz: Was ändert sich durch den ersten Angestellten?

Unternehmerversicherung Berater von Florian Burghardt

Endlich! Es läuft als Selbstständiger so gut, dass man den ersten Mitarbeiter einstellen muss. Aber Vorsicht: Damit ändert sich auch der Versicherungsbedarf des Unternehmens. Was es als frisch gebackener Arbeitgeber zu beachten gilt.

Die Einstellung des ersten Mitarbeiters ist für Selbstständige ein besonderer Moment - und erfordert einige Änderungen am Versicherungsschutz der Firma.

Die Einstellung des ersten Mitarbeiters ist für Selbstständige ein besonderer Moment - und erfordert einige Änderungen am Versicherungsschutz der Firma. Bild: Pixabay

Sich in der Selbstständigkeit zu bewähren, ist für viele Menschen die Erfüllung eines Lebenstraums. Toll anzusehen, wenn das eigene Konzept aufgeht und man offenbar alles richtig macht. Wenn es so gut läuft und die Auftragsbücher voll sind, kann es allerdings schnell passieren, dass man die viele Arbeit nicht mehr allein bewerkstelligen kann. Dann müssen Angestellte her – wobei sich bereits die Suche nach diesen nicht immer als einfach herausstellt.

Hat man dann seine/n erste/n Angestellte/n gefunden, will man als frisch gebackener Arbeitgeber am Liebsten gleich loslegen mit der Einarbeitung sowie der Übertragung wichtiger Aufgaben und Kunden. Das kann auch gerne so passieren. Allerdings sollten vorher einige Versicherungsthemen geklärt werden. Denn mit der Einstellung von Mitarbeitern ändert sich auch der Versicherungsbedarf für den Betrieb.

Anmeldung zur Sozialversicherung

An vorderster Stelle steht dabei die gesetzliche Pflicht zur Sozialversicherung. Wer Arbeitnehmer einstellt, muss sein Unternehmen bei der Bundesagentur für Arbeit anmelden. Von dieser erhält man dann eine Betriebsnummer, die wiederum dafür benötigt wird, seine Angestellten bei der Sozialversicherung anzumelden.

Diese Anmeldung zur Sozialversicherung muss separat für jeden neuen Mitarbeiter durchgeführt werden. Sie erfolgt über dessen Krankenkasse, die er dem Arbeitgeber zu Beginn des Arbeitsverhältnisses in Form des Sozialversicherungsnachweises mitteilt. Die Krankenkasse leitet dann die Anmeldung weiter an die weiteren Träger – die Bundesagentur für Arbeit, die Pflegekasse und die Deutsche Rentenversicherung. Für diesen Vorgang hat man als Chef bis zur ersten Gehaltsabrechnung Zeit.

Um seinen Angestellten den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung zu garantieren, muss der Arbeitgeber nochmal gesondert tätig werden – übrigens schon in der ersten Arbeitswoche des Angestellten. Diese Anmeldung erfolgt direkt bei der zuständigen Berufsgenossenschaft, die als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung fungiert. Da es mehrere Berufsgenossenschaften für die verschiedensten Gewerberichtungen gibt, muss zunächst einmal die richtige gefunden werden. Eine Hilfe bei der Auswahl findet sich zum Beispiel hier.

Einschluss von Mitarbeitern in Geschäftspolicen

Neben der pflichtgemäßen Sozialversicherung kann die Einstellung von Mitarbeitern aber auch Einfluss auf den freiwilligen Versicherungsschutz von Unternehmen haben. Um diesen hat man sich idealerweise aber schon während der Tätigkeit als Solo-Selbstständiger gekümmert, zum Beispiel durch den Abschluss einer Betriebshaftpflicht-, Vermögensschadenhaftpflicht- oder Geschäftsinhaltsversicherung.

Bei diesen Policen kann jeweils auch die Anzahl der im Betrieb Beschäftigten eine Rolle für Versicherungsumfang und Beitrag spielen. Zwar werden neue Mitarbeiter bei vielen Produkten auch automatisch in den Schutz mit eingeschlossen. Es schadet aber sicher nicht, im Zweifel einmal den Versicherer oder Makler darauf anzusprechen, um ganz auf Nummer sicher zu gehen.  

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