In diesen Städten boomt die Startup-Szene

Unternehmerversicherung Versicherungen von Johannes Gulden

In ganz Deutschland drängen junge Unternehmen mit neuen Ideen und Konzepten auf den Markt. Auf welche Branchen sich Makler dabei wo einstellen müssen, offenbart eine kleine Rundreise.

Startups made in Germany

Vor allem in der Hauptstadt schießen Startups wie Pilze aus dem Boden. Bild: Jay-Dee

Zalando, Xing, Auto1 – dies sind nur drei Startups made in Germany, aus denen mittlerweile bedeutsame und erfolgreiche Unternehmen geworden sind. Andere Gründer versuchen, ähnliche Erfolgsgeschichten zu erzählen. Doch wo in Deutschland boomt die Startup-Szene so richtig? Und welche Branchen sind besonders gefragt? Zeit für eine kleine Rundreise durch die Republik.

Berlin:

Berlin ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern steht auch bei Gründern hoch im Kurs. Laut aktuellem Deutschen Startup-Monitor, der insgesamt 1.837 Unternehmen ausgewertet hat, stammten 16,8 Prozent aus der Bundeshauptstadt. Beliebt als Firmensitz sind hier vor allem die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow.

Seinen Status als Gründungshauptstadt unterstreicht Berlin auch mithilfe des eingesammelten Risikokapitals. Insgesamt vier Milliarden Euro sammelten deutsche Startups im Jahr 2017 ein – drei Viertel hiervon flossen an Unternehmen an der Spree. Mit durchschnittlich 27,2 Mitarbeitern beschäftigen Berliner Startups zudem weitaus mehr Menschen als Startups im Rest der Republik (10,9 Mitarbeiter) – die Hälfte der Mitarbeiter stammt dabei aus dem Ausland und verleiht der Berliner Szene ein internationales Flair.

Besonders Unternehmen aus den Branchen Finanzwesen, Mobilität, Sicherheit und künstlicher Intelligenz siedeln sich zwischen Funkturm und Müggelsee an.

München:

München ist der Wirtschaftsstandort Nummer eins in Deutschland – ein Drittel aller börsennotierten Unternehmen haben ihren Sitz an der Isar, darunter Schwergewichte wie Siemens, Allianz oder BMW. Auch Startups fühlen sich im Süden Bayerns offenbar sehr wohl: Laut Deutschem Startup-Monitor kamen sechs Prozent der 1.837 untersuchten Unternehmen aus München.

Für Gründer ist München interessant aufgrund der intensiven Zusammenarbeit mit den vor Ort beheimateten Forschungsinstituten, der Vielzahl der ansässigen Venture-Capital-Firmen und zahlreicher Förderprogramme. So unterstützen beispielsweise Versicherungskonzerne wie die Allianz und MunichRe Startups aus dem Versicherungsbereich, sogenannte InsurTechs.

Ein wichtiger Boomsektor ist auch die Münchener Healthcare-Szene mit den Bereichen Biotech und Pharma sowie der Mobilitätssektor. Dieser profitiert von ansässigen Unternehmen wie MAN, BMW und Audi aus dem nahen Ingolstadt.

Hamburg:

Spielen Sie gerne einmal eine Runde auf Ihrem Handy? Dann haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einen ersten Eindruck über Hamburgs Startup-Szene gewonnen. Software-Unternehmen und Spieleschmieden wie InnoGames oder Bigpoint florieren an der Elbe.

Doch auch abseits der Gaming-Industrie ist Hamburg ein Gründungs-Hotspot für Jungunternehmer geworden. Laut Deutschem Startup-Monitor stammen 6,2 Prozent der 1.837 Unternehmen aus der Hansestadt. Bei der Zahl der Startup-Finanzierungsrunden lag Hamburg laut aktuellem EY-Startup-Barometer mit 42 bundesweit auf dem vierten Rang hinter den Bundesländern Berlin (245), Bayern (124) und Nordrhein-Westfalen (42).

Insgesamt sammelten Hamburger Startups im Jahr 2018 548 Millionen Euro ein – 12 Prozent aller Investorengelder bundesweit gingen somit in den Norden. Nur Berliner (2.613 Millionen Euro) und bayrische Unternehmen (802) sammelten noch mehr Geld ein.

Hamburger Gründer sind dabei vor allem in den Bereichen E-Commerce, Medien, Logistik und Aviation tätig.

Frankfurt:

Die Bankenmetropole ist eine der bedeutendsten Finanzmetropolen Europas – da liegt es nahe, dass sich die dort versammelten Startups auch auf den Bereich Finanzen konzentrieren. Eines von fünf Startups vor Ort ist ein sogenanntes FinTech.

Insgesamt werden in Frankfurt jedoch kleinere Brötchen gebacken. Laut Deutschem Startup Monitor kamen von 1.837 untersuchten Unternehmen nur sechs Prozent aus Hessen (für Frankfurt allein wurden keine Daten erhoben).

Auch wenn die Gründungszahlen deutlich hinter denen Berlins liegen, sind die Frankfurter Gründer in der Regel sehr zufrieden mit ihrem Standort. Einer Umfrage des Beratungsunternehmens PWC zufolge erklärten über 90 Prozent der befragten Gründer, zufrieden bzw. sehr zufrieden in Frankfurt zu sein. Vor allem die digitale Infrastruktur vor Ort wird gelobt.

Zudem könnte die Startup-Szene in naher Zukunft deutlich Auftrieb bekommen. Eine Koalition aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft hat sich vorgenommen, Frankfurt bis 2020 zu einer international führenden Region für Startups zu machen. 15 bis 20 Millionen Euro sollen dafür in die Hand genommen werden.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare