Maklerwissen: Das müssen Ihre Kunden bei einer Betriebsunterbrechung beachten

Gewerbeversicherung von Beatrix Altmann

Alle Räder stehen still… Der Grund: Im Werk des Zulieferers wird gestreikt und die Bauteile werden nicht geliefert. Was nun? Greift hier der Versicherungsschutz. Wir zeigen die häufigsten Gründe für Betriebsunterbrechung.

Die häufigsten Gründe für Betriebsunterbrechung. Bild: shutterstock.com / Bennian

Wenn Betriebe längere Zeit von einer Betriebsunterbrechung betroffen sind, kann das im Zweifel die Existenz bedrohen. Und je mehr weltweit die Vernetzung der einzelnen Lieferketten zunimmt, desto höher ist die Gefahr einer Unterbrechung. Der GDV nennt es „Dominoeffekt dank Digitalisierung“. Schon ein Angriff auf die IT-Technik einer Firma oder eines Zulieferers kann die Produktion für mehrere Tage stilllegen. Es reicht aber auch ein einfacher Kurzschluss, um dem Unternehmen einen empfindlichen Schaden zuzufügen. Ein weiteres Szenario: Ein Lkw mit wichtigen Bauteilen darf die Grenzkontrollen nicht passieren, da der Fahrer die falschen Papiere dabei hat. Die Folge: Das Unternehmen muss den Produktionsprozess stoppen und immense finanzielle Verluste einplanen. Denn Fixkosten wie Löhne und Gehälter, Pacht oder Miete und Zinsen laufen weiter.

So schützen Sie Ihre Kunden vor den Folgen einer Betriebsunterbrechung

Vorweg: Eine Betriebsunterbrechungsversicherung lohnt sich für jeden Unternehmer. Bei einer Betriebsunterbrechungsversicherung muss vor allem darauf geachtet werden, welche Schäden im Rahmen einer normalen Inhaltsversicherung abgedeckt sind und welche nicht. Für den ersten Fall spricht man von einer kleinen Betriebsunterbrechungsver-sicherung. Sollen umfangreichere Risiken Ihrer Kunden abgedeckt werden, kann dies im Rahmen einer eigenständigen mittleren oder großen Betriebsunterbrechungsversicherung geschehen.

Kleine Betriebsunterbrechungsversicherung

Die kleine Betriebsunterbrechungsversicherung ist ein Bestandteil der Inhaltsversicherung. Sie sichert Unternehmen vor einem Ertragsausfall ab, wenn der Geschäftsbetrieb durch einen Schaden beeinträchtigt wird oder gar ganz unterbrochen werden muss. Da es sich hier um einen Zusatzbaustein der Inhaltsversicherung handelt, sind in der kleinen Betriebsunterbrechungsversicherung lediglich die Gefahren abgedeckt, gegen die sich ihre Kunden durch den Abschluss einer Inhaltsversicherung schützen können. Diese Gefahren sind Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und Einbruchdiebstahl.

Mittlere und große Betriebsunterbrechungsversicherung

Neben der kleinen Betriebsunterbrechungsversicherung gibt es auch Versicherungsverträge, die über höhere Summen abgeschlossen werden. Die mittlere und große Betriebsunterbrechungsversicherung unterscheiden sich in der Höhe der Versicherungssumme und ihrem Versicherungsumfang. Sie versichern Folgeschäden einer Betriebsunterbrechung, wie beispielsweise Mehrkosten durch resultierende Überstunden oder Schichtarbeit oder All-Risk-Schäden. Hier sind mitversichert: alle Schäden der kleinen Betriebsunterbrechungsversicherung, Elementargefahren (z. B. Überschwemmungen und Erdbeben), böswillige Beschädigung, verbundene Mehrkosten durch Überstunden und Schichtarbeit, Schäden auf All-Risk-Basis.

Was sind typische Schadensfälle einer Betriebsunterbrechung? 

Feuer: Brand gilt in der Sachversicherung mit als größte Gefahr. Nichts ist so zerstörerisch wie Flammen und Hitze. Schnell können große Teile des Betriebs niederbrennen oder für lange Zeit unbrauchbar werden. Dies wirkt sich auch auf die Betriebsunterbrechung aus: Nach einem Brandschaden ist sie häufig weitreichender und länger andauernd als bei anderen versicherten Gefahren.

Naturgewalten: Die zerstörerische Kraft der Natur ist nicht zu unterschätzen. Wenn bei uns auch eher selten Tornados oder Erdbeben drohen, haben Gewerbekunden oft mit Schäden durch Sturm und Hagel, Starkregen und Überschwemmung zu kämpfen. Häufig sorgen diese Gefahren neben Sachschäden auch für Ausfälle in der Produktion und Belieferung.

Explosionen: Sie sorgen in Fabriken und auf gewerblichen Geländen immer wieder für enorme Schäden. Das kann ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg sein oder beispielsweise ein Unfall in einem Chemiewerk. Auch wenn letzteres wohl eher selten vorkommt, wurde dies bei BASF in Ludwigshafen im Jahr 2016 zu bitterer Realität. Dort waren nicht nur Todesopfer zu beklagen – noch Monate nach dem tragischen Unglücksfall stand eine BASF-Anlage komplett still.

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