Makler setzen zunehmend aufs Cyber-Geschäft

Unternehmen Themenseite Cyber-Schutz Gewerbe von Beatrix Altmann

Dass Cyber-Versicherungen immer wichtiger werden, sieht man nicht nur an der Zunahme der Google-Suchanfragen. Auch für Makler wird das Cyber-Geschäft offenbar immer wichtiger, wie eine aktuelle Studie offenbart.

Der Run auf das Cyber-Geschäft ist längst eröffnet. Vermittler sollten sich ranhalten, wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollen.

Der Run auf das Cyber-Geschäft ist längst eröffnet. Vermittler sollten sich ranhalten, wenn sie nicht den Anschluss verlieren wollen. Foto: geralt - Pixabay.de

Gibt man bei Google „Cyber-Versicherung“ ein, erscheinen innerhalb von drei zehntel Sekunden 426.000 Treffer. Bei „Cyber-Police“ spuckt Google sogar 13.300.000 Ergebnisse aus. Der Begriff „Cyber-Attacke“ ergab immerhin 253.000 Treffer, nicht zuletzt, da das Datennetz der Bundesregierung Opfer eines internationalen Hacker-Angriffs wurde. Aktueller kann Cyber-Kriminalität nicht sein – sie ist längst in unserem digitalen Alltag angekommen.

Und das stellt die Vermittler vor eine große Herausforderung.  Denn auch wenn die fortschreitende Digitalisierung viele Vorteile bietet, ist die Kehrseite der Medaille längst ersichtlich: die zunehmende Gefahr von Cyber-Risiken. Allerdings ergibt sich hier auch ein signifikantes Geschäftsfeld mit einem bemerkenswerten Wachstumspotenzial. Das ergab eine Studie des Analyseunternehmens MRTK.  

Jeder fünfte Makler verkauft Cyber-Policen  

Fakt ist, Cyber ist eine Sparte, die die Kfz-Versicherung in nur wenigen Jahren als wichtigste Sparte ablösen kann. Laut MRTK entwickelt sich Cyber mit einem jährlichen Prämienvolumen von bis zu 26 Mrd. Euro zur größten Versicherungssparte im Schaden-und Unfallgeschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Dennoch hat das Cyber-Geschäft noch keinen großen Anteil am gesamten Geschäftsvolumen, 86 Prozent von 301 befragten Maklern gaben an, dass der Zweig bisher lediglich bis zu fünf Prozent des Gesamtvolumens ausmache. Die Nachfrage nach gewerblichen Angeboten ist derzeit noch ungleich höher als im Privatkundengeschäft. So vermittelt derzeit jeder fünfte Makler Cyber-Policen für KMUs. Nur jeder zweite Makler misst dem privaten Cyber-Geschäft derzeit eine besondere Rolle zu.  

Allerdings vermitteln 60 Prozent der Befragten einen privaten Cyber-Schutz als Baustein zu einem anderen Vertrag. Lediglich 35 Prozent bieten bis dato Einzelprodukte an. Das Interesse aber steigt stetig. Denn zwei Drittel der befragten Vermittler glaubt, dass der Markt für private Cyber-Versicherungen in Zukunft wachsen wird. Jeder fünfte Makler will dann in das Geschäft einsteigen und jeder Dritte steht dem Thema bereits heute aufgeschlossen gegenüber.  

Keine zuverlässigen Indizien

Auch wenn das Bewusstsein für mögliche Cyber-Angriffe und entsprechende Schutzmaßnahmen wächst, fehlt vielen Maklern die Historie, die in der Regel die Versicherungsgrundlage für die jeweilige Police darstellt. In der Cyber-Versicherung liefert die Vergangenheit allerdings bis dato keine zuverlässigen Indizien für die Wahrscheinlichkeit eines Schadens.

Dies erfolgt momentan häufig noch anhand aufwändiger Modellrech-nungen, die simuliert werden. Doch bei den Kunden der Versicherer nimmt das Gefühl der Bedrohung zunehmend zu. Somit sind sich auch die Vermittler dieses Risikos immer mehr bewusst – und erkennen in der Cyber-Police endlich ein lohnendes Geschäftsfeld.

Hinweis: Die MRTK-Studie kann direkt beim Marketing Research Team Kieseler kostenpflichtig erworben werden. Die Konditionen werden auf Anfrage per Mail an reiner@kieseler.com oder Telefon 0162 249 7777 mitgeteilt.

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