Keine Angst vor dem Investmentsteuerreformgesetz

Altersvorsorge von Juliane Moghimi

Die Dividenden- und Immobilienerträge deutscher Publikumsfonds werden ab dem 01. Januar 2018 mit 15 Prozent besteuert. Grund zur Panik besteht jedoch nicht. Wie Vermittler mögliche Ängste ihrer Kunden abbauen können.

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Das Thema Investmentsteuerreformgesetz ist dieser Tage recht präsent in den Medien. 15 Prozent Steuern, das klingt zunächst tatsächlich viel. Was jedoch viele nicht im Blick haben: Der Endkunde wird hiervon wenig bis gar nichts spüren. Im Gegenteil: Experten wie Thomas Pollmer, Leiter Produktmanagement Leben bei der Continentale, sind sogar überzeugt davon, dass der Kunde keine Nachteile erleiden wird, wenn der Versicherer seine Hausaufgaben ordentlich macht.

 „Die Steuer wird direkt abgeführt und mindert die Performance des Fonds“, erklärt Pollmer. „Gleichzeitig erhalten die Anleger eine pauschale steuerliche Entlastung in Form von Teilfreistellungen – und zwar unabhängig davon, wie viel Steuern tatsächlich abgeführt wurden. In bestimmten Fällen kann diese Steuererleichterung sogar mehr ausmachen als die Minderung der Fondsperformance.“ 

Die tatsächliche Höhe der neuen Steuer auf Fondsebene ist abhängig von der Höhe der Erträge aus deutschen Dividenden und Immobilienerträgen. Bei einem gut diversifizierten Fondsportfolio bedeutet das neue Gesetz daher nur eine geringe Mehrbelastung.

Kunden, die auf geförderte Produkte, also die Riester- oder die Basisrente setzen, sind von der Gesetzesneuerung ohnehin nicht betroffen: Denn hier können die enthaltenen Fondsanteile von dem 15-prozentigen Körperschaftsteuerabzug befreit werden. Die Befreiung kann durch ein nachträgliches Melde- und Steuererstattungsverfahren realisiert werden. Für Fonds besteht keine gesetzliche Verpflichtung, an der Freistellung teilzunehmen. Um die Steuerbefreiung umzusetzen und damit wettbewerbsfähig zu bleiben, werden jedoch die Versicherer ihre Portfolios entsprechend ausrichten und das Melde- und Erstattungsverfahren für diejenigen Fonds, die daran teilnehmen, selbst vorbereiten.

Letztendlich bedeutet das Investmentsteuerreformgesetz vor allem eines: einen enormen Mehraufwand für die Versicherer. Für Vermittler und Endkunden hingegen besteht kein Grund zur Beunruhigung.