pro & contra: Zwangslösung in der bAV

bAV Versicherungen von Matthias Hundt

Die Politik tut sich sichtlich schwer, die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung voranzutreiben. Warum also nicht einfach zur Pflicht machen?! Auch dazu gibt es zwei Seiten der Medaille.

Gert G. Wagner (links), Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und Frank-Henning Florian, Vorstandsvorsitzender der R+V Lebensversicherung

Vorsorge-Produkte mit Namensgebern aus der Politik gehören nicht unbedingt zu den Verkaufsschlagern. Riester-Renten ebenso wenig wie der noch junge Pflege-Bahr. Nun geistern im Bereich der betrieblichen Altersversorgung die Ideen der Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles umher. Noch ist die daraus entstandene Nahles-Rente nur der Arbeitstitel für die Überlegungen die bAV, vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen zu verbreiten. Die Schlagwörter und inhaltlichen Anker bilden dabei Obligatorium, Tariffonds-Lösung und Opting-Out.

Ferner beauftragte das BMAS jüngst Prof. Dr. Peter Hanau von der Universität Köln sowie Rechtsanwalt und Diplom-Betriebswirt Dr. Marco Arteaga ein Gutachten zur Weiterentwicklung des Sozialpartnermodells Betriebsrente zu erstellen. Das Ergebnis wird zum Ende des ersten Quartals 2016 erwartet.  

Nahles’ Kritiker sehen in den bisherigen Vorschlägen eine unnötige Erhöhung der Komplexität, eines ohnehin schon komplexen Beratungsthemas. Das Sozialpartnermodell Betriebsrente laufe den Verbreitungsplänen sogar entgegen, da es – nach Ansicht von Michael Niebler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbands der Versicherungs-Unternehmen (AGV) – die Direktversicherung diskriminiere. Gerade die Direktversicherung ist aber der beliebteste Durchführungsweg in den kleinen und mittleren Unternehmen.  

Seite 1: Gutachten für Nahles-Rente
Seite 2: pro Zwangslösung: Gert Wagner, Vorstand des DIW 
Seite 3: contra Zwangslösung: Frank-Henning Florian, Vorstandsvorsitzender der R+V 


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