Wie RTL die Pflegevorsorge-Beratung unterstützt

Pflegegeld von Sebastian Wilhelm

Die RTL-Serie „Magda macht das schon“ greift auf humoristische Weise ein Tabu-Thema auf und bringt die Pflegeproblematik in die deutschen Wohnzimmer – eine Chance auch für Pflegevorsorge-Makler.

Fotoquelle: fotolia.com / Urheber: Melpomene

Der Trailer lässt bereits erkennen, dass man sich als Zuschauer auf einen Humor der etwas derberen Sorte einstellen sollte: „Alter kann richtig Spaß machen – Pflegestufe Polski, mit Herz und High Heels.“ Geschildert wird in der damit beworbenen RTL-Serie „Magda macht das schon“ der Alltag in einer deutschen Familie, deren pflegebedürftige Oma von einer jungen Polin umsorgt wird. Diese Titelheldin hat mit einigen Vorurteilen und anderen Widernissen zu kämpfen, erobert aber schließlich mit ihrer direkten, lebensfrohen und humorvollen Art die Herzen ihrer Gastfamilie und der Zuschauer.

Über die künstlerische Qualität der Sitcom kann man sicherlich streiten – so werfen Kritiker ihr vor, in Klischees wie „Polen sind faul“ oder „Deutsche haben keinen Familiensinn“ förmlich zu baden. Das spielt hier jedoch keine Rolle. Denn Fakt ist: Die Serie wird von vielen Menschen gesehen, 3,22 Millionen waren es im Schnitt bei der ersten Staffel; eine zweite ist deshalb bereits in Planung. Und das bedeutet: Reichweite für die Pflegeproblematik. Wer in seinem persönlichen Umfeld noch keinen Pflegefall miterlebt hat, kommt ja selten mit dem Thema in Berührung. Genau dafür sorgt nun „Magda“. Auch wenn TV-Realität und Wirklichkeit sich kaum decken, kann die Serie als Türöffner für Pflegevorsorge-Makler dienen.

Anknüpfen und fortführen

Eine Kritikerin der „Zeit“ lobte bereits, dass die Sitcom eine sonst medial weitgehend ignorierte Lebenswirklichkeit in Deutschland ans Licht holt. Darauf aufbauend, können Makler nach einem lockeren Gesprächseinstieg über „Magda“ beispielsweise die Fragen anknüpfen: „Wie würde es denn bei Ihnen laufen, wenn es zu Pflegebedürftigkeit käme? Würden Sie auch eine polnische Hilfe suchen?“ Damit ist der erste Schritt auf die Kundenebene gemacht. Im Folgenden kann der Makler die tatsächlichen Herausforderungen im Pflegefall darlegen, die im wirklichen Leben im Gegensatz zur Sitcom gar nicht witzig sind.

Dazu gehört auch die häufig angebrachte Richtigstellung, dass osteuropäische Pflegekräfte erstens nicht auf den Bäumen wachsen und zweitens nicht für einen Hungerlohn den strapaziösen 24-Stunden-Job fern der Heimat antreten. Wobei sie die Vollzeitpflege ohnehin nicht allein übernehmen dürfen, wenn alles legal ablaufen soll. Dann nämlich müssen sie, Variante eins, von der Familie fest angestellt werden, mit Mindestlohn, Sozialversicherungsbeiträgen, maximal 48 Arbeitsstunden pro Woche, Urlaubsanspruch und, und, und. Das läuft auf monatliche Kosten von rund 2.200 bis 2.600 Euro hinaus, wohlgemerkt: für maximal 48 Wochenstunden. Ob man bei den preiswertesten Kräften auch nennenswerte Deutschkenntnisse erwarten kann, sei dahingestellt. Hinzu kommen noch weitere Ausgaben, die leicht mehrere Hundert Euro ausmachen können, etwa für Pflegematerial, Feiertagszuschläge oder Fahrtkosten. Bei der Kalkulation sollte auch bedacht werden, dass das Preisniveau in 10 oder 20 Jahren dank Inflation schon wieder ganz anders aussehen wird.

Oder die Familie beauftragt, Variante zwei, eine Vermittlungsagentur, die für jeweils zwei bis drei Monate eine Pflegekraft entsendet. Auch hier gelten die üblichen Standards, auch hier muss man nach heutigem Stand mit mehr als 2.000 Euro monatlich kalkulieren. Hinzu kommt der häufige Wechsel der Pflegekraft.

Vorsicht vor halb- und illegalen Beschäftigungsformen

Als dritte Variante kommt die Beauftragung einer formell selbstständigen Pflegekraft infrage. Für sie gilt der Mindestlohn nicht, weshalb sie günstiger ist. Allerdings kann hier eine Scheinselbstständigkeit festgestellt werden, die die Familien zur (rückwirkenden) Zahlung von Steuern und Sozialabgaben verpflichtet.

Wer die Pflegekraft schwarz beschäftigt, läuft ein hohes Risiko: Die Hinterziehung von Sozialabgaben stellt eine Straftat dar. Da sollte man besser keinen Streit mehr mit dem Nachbarn riskieren, sonst könnte ein Tipp an den Zoll folgen. Auch Unfälle – die bekanntermaßen am häufigsten im Haushalt passieren – mit Verletzungsfolgen werden zum Problem, wenn die Pflegekraft offiziell nur „zu Besuch“ und hier nicht krankenversichert ist.

Dieser Überblick zeigt, dass eine „Magda“ keine Zauberlösung für die zunehmende Pflegeproblematik darstellt. Das den Kunden zu vermitteln bietet die RTL-Serie einen willkommenen Anlass.

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