Branche rügt die Ideal
18.04.2012 | Berater | Versicherungen von Oranus Mahmoodi
Die Ideal Versicherung hat eine Positiv- und eine Negativliste zu den Maklerpools veröffentlicht. Die Deutsche Makler Union (DMU) wirft der Ideal vor, keine objektiven Maßstäbe gesetzt zu haben. Der Versicherer habe nach Sympathie und Antipathie gelistet, beschwert sich die DMU. Die DMU ist auf der Negativliste.
Das Ziel von Ideal, Transparenz in den Poolmarkt zu bringen, sei grundsätzlich begrüßenswert, sagt Frank Löffler, DMU-Chef für das Ressort Vertrieb und Marketing, in einem Exklusiv-Interview mit procontra online. „Wir gehen hier seit Unternehmensbeginn mit gutem Beispiel voran. Transparenz ist nicht nur in unserem Leitbild verankert, sondern ein fester Bestandsteil unserer täglicher Arbeit“, sagt Löffler.
Die Ideal Versicherung, vertreten durch Herrn Jakobus führt die DMU Deutsche Makler Union auf der Negativliste. „Obwohl wir alle gesetzlichen Anforderungen an Bilanzierung erfüllen und alle Geschäftsberichte zeitnah veröffentlichen“, so Löffler weiter. Es sei „sehr unglücklich", eine Negativliste ohne Angaben von Gründen und gegebenfalls über nicht erfüllten Kriterien zu veröffentlichen.
„Aus den verschiedenen persönlichen Gesprächen mit Vertretern der Ideal Versicherung haben wir für uns den Eindruck gewonnen, daß hier keine objektiven Maßstäbe gesetzt werden, sondern nach Sympathie und Antipathie gelistet wird“, sagt Löffler. Trotz der zu kritisierenden Vorgehensweise, seien die Listen für DMU nicht von großer Bedeutung. „Wir haben bereits im Oktober 2011 die Vertriebspartnerschaft aus betriebslichwirtschaftlichen Gründen einseitig beendet und die Ideal entsprechend informiert. Die Produkte der Ideal fanden bei unseren über 3.300 unabhängigen Vertriebspartnern kein Interesse“, sagt Löffler.
Kritisch fragt Löffler: „Auch die Beendigung durch uns wurde bei der Listung der DMU "vergessen"?"
Die Risikoträger würden die DMU-Auffassung teilen und die Aktion der Ideal ebenso in Frage stellen. „Transparenz ist mehr als wünschenswert, die Vorgehensweise der Ideal wird von vielen Vorständen als unglücklich bezeichnet."
procontra online weiß aus Branchenkreisen, dass die DMU die Fragen der Checkliste positiv beantwortet hat. Man wundert sich über die Negativlistung der DMU. Gestern hat maxpool-Chef Oliver Drewes exklusiv gegenüber procontra online das Vorgehen der Ideal beanstandet.
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Kommentare
Hallo,
der genannte Pool aus München ist nicht wählerisch. Aber das ist ja nichts neues!
Unser Geschäftsmodell ist, übrigens seit Gründung, ein völlig anderes. Unser Firmenname ist auch unser Programm, es sagt aus, wer wir sind und mit wem wir ausschließich zusammen arbeiten.
DMU Deutsche Makler Union.
Nämlich von Makler für Makler
Aber das weiß auch die Ideal, und die 60 Risikoträger mit denen wir erfolgreich zusammen arbeiten, denn wir veröffentlichen mit welchem Makler wir arbeiten und benennen Roß und Reiter bei Antragstellung!
Das machen auch die meisten Pools so, und wir unterstützen Tranzparenz -ohne- wenn und aber!
Mit kollegialen Grüßen aus Bad Kreuznach
Holger Koppius
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Zitat Ende:
Wer aufmerksam ProContra und zum Bsp. Versicherungstip liest, weiss, dass erst kürzlich FondsFinanz behauptet hat, nur mit Makler zusammen zu arbeiten.
In der Einladung werden nun wieder Versicherungsvertreter ..und Finanzdienstleister aller Art ...eingeladen!! ?
Das gibt zu denken und ich erinnere mich an die Frage auf dem Ideal Fragebogen für Pools:
Zitat:
Melden Sie uns alle Vertriebspartner mit IHK-Registernummer, die bei uns Geschäft einreichen? ja nein
Können Sie sicherstellen, dass Sie nicht mit Partnern zusammenarbeiten, die anderweitig
ausschließlich gebunden sind? Zitat Ende
Manche machen so viel Wind, dass der Verdacht so nahe liegt, dass es hier nur um die Vorherrschaft geht, nicht um Kunden, nicht um Qualität , erst recht nicht um die Makler.
Solange der Versicherungsmakler nur Pflichten hat, aber keine Recht, so lange bleibt die Unabhängigkeit des Maklers nur ein Märchen. So lange Anbieter wie LVM zum Bsp. nicht mal den Makler als Korrespondenzmakler akzeptieren, Wüstenrot den Makler zur PA – Kontrolle zu seinem Handelsvertreter schickt, Anbieter den Makler einfach die Courtagezusage kündigen können ( weil er zum Bsp. kein Rürup –oder Riester- Geschäft schreibt) und der Makler seinen Antrag bei dem (geeigneten) Anbieter nicht einreichen kann, weil ihm die Courtagezusage fehlt, solange wird es weder wahren Verbraucherschutz geben, noch wirkliche unabhängige Makler.
Die VR bestimmen, koordiniert durch den GDV, flankiert durch Lobbyisten verschiedener Parteien. Die Pools haben doch nur deshalb eine Existenzberechtigung, weil es diese Umstände gibt, sonst bräuchte der Makler keinen Pool. Und fast alle Maklerverbände ignorieren das Thema, wie auch die Probleme in der Altersvorsorge mit den untauglichen Rürup-und Riester-R Enten-Produkten….alles zum Nachteil der Kunden, Leider haben viele Makler schon vergessen, dass Sie auf der Seite Ihrer Mandanten stehen sollten.
Danke für die ehrliche Meinung und den interessanten Standpunkt.
Wollen wir wirklich einen Eingriff des Gesetzgebers in die direkten vertraglichen Beziehungen zwischen Kunde/Vermittler/Pool/Versicherer? Wohin führt das am Ende?
Zum Thema Transparenz lade ich Sie gerne auf die www.degenia.de ein. Hier finden Sie alle Informationen zu uns und unseren Zahlen - täglich aktualisiert und inkl. Bonitätsindex der Creditreform. Also: Transparenz ohne Wenn und Aber!
Viele Grüße aus Bad Kreuznach
Frank Löffler
degenia Versicherungsdienst AG
DMU Deutsche Makler Union GmbH
Ich glaube die Ideal überschätzt sich einfach. Oder ist Sie Vorreiter....Prüfer für eine andere im Hintergrund agierende Gesellschaft??
Was ist wichtig für den Makler bei der Diskussion um Pools? Es gibt keine 100 % Sicherheit, egal wie " transparent" sich der Pool gibt. Eine Insolvenz des Pools ist das Risiko für den Makler und seine Courtage. Jede Abhängigkeit von anderen Anbietern, wie Pools, Softwareanbietern ( Kundenprogramme...Beratungssoftware..) gefährdet die Unabhängigkeit des Maklers. Würde der Gesetzgeber hier endlich mal eingreifen, dem VR die Annahme eines Antrages vom Makler auch ohne Courtagezusage/Courtagevereinbarung verpflichten, bei gleichzeitiger Zahlung von Courtage oder Angebot einer Nettopolice, dann bräuchten Makler keine Pools. Und wären wirklich unabhängig- was der beste Verbraucherschutz wäre! Mit der Transparenz ist es schon so, wie hier geschrieben: Dafür sind alle, bis es um die Transparenz der eigenen Gesellschaft geht, dann kommt das ….Aber…!