BdV: Gründer Hans-Dieter Meyer verstorben

| Buschfunk von Bund der Versicherten

Hans-Dieter Meyer, „HDM“, ist am 3. Dezember in Kaltenkirchen verstorben. Er war der Gründer, Motor und Mentor des Bund der Versicherten e. V. (BdV), der größten gemeinnützigen Verbraucherschutzorganisation für Versicherungen.

Mitte der 70er Jahre, er durchlief gerade die Referendarstationen für die Ausbildung zum Volljuristen, übernahm er von seinem verstorbenen Vater einen „Bezirk“ der Allianz in Lüneburg. Er arbeitete überaus erfolgreich im Vertrieb, bis ihm Zweifel an der Qualität der von ihm verkauften Versicherungspolicen kamen. Versuche, innerhalb der Firma seine Verbesserungsvorschläge umzusetzen, schlugen fehl. Schließlich kündigte er die Zusammenarbeit auf und nahm sich eine Auszeit, die er in den USA verbrachte. Dort lernte er den populären Verbraucherschützer Ralph Nader kennen und dessen Erfolg beim Aufbau einer privaten Verbraucherschutzorganisation. Zurück in Deutschland gründete er 1982 den „Bund der Versicherten e. V.“. Kämpferisch, leidenschaftlich und beharrlich setzte er sich für einen besseren Versicherungsschutz aller Bürger ein. Mit seinem enormen Fachwissen über alle Sparten bestand er jede öffentliche Auseinandersetzung mit Vertretern der Versicherungsbranche. Ein von ihm entwickeltes ausgefeiltes, computergestütztes Beratungssystem – damals überaus innovativ – half bei der Beratung der Verbraucher. Er schrieb zahlreiche Bücher und Ratgeber. Intensive Medienarbeit und Prozesse gegen die Versicherungsbranche machten den Verein immer bekannter. Gegen miese Rückkaufswerte bei gekündigten Policen und knebelnde Zehn-Jahres-Verträge bei Sachversicherungen prozessierte er engagiert und erfolgreich. Anfangs auch von der „klassischen“ Verbraucherszene misstrauisch beäugt, fanden seine Erfolge alsbald bundesweit Anerkennung. Die stetig steigende Mitgliederzahl machte den Verein unabhängig und schlagkräftig, und HDM zur Hassfigur der Versicherungsindustrie. „Legaler Betrug“ – so beschrieb er einst Kapitallebensversicherungen. Nach Klagen der Versicherungsbranche wurde diese Äußerung gerichtlich „abgesegnet“ und ist bis heute zu einem geflügelten Wort geworden. „Die Prämie ist kein Preis“ – mit dieser einfachen Formel hat er die Probleme der Versicherungsbranche auf den Punkt gebracht.

Eine schwerwiegende persönliche Verfehlung erzwang seinen Rückzug vom Bund der Versicherten. Der Verein brauchte Jahre, um die Lücke, die er hinterlassen hatte, zu schließen, und den Bund wieder zu der allseits anerkannten und offensiven Organisation zu machen, die das Lebenswerk von „HDM“ war.

Sein Ziel, die Mitgliederzahl eines Automobilclubs zu repräsentieren, hat er nicht erreicht. Aber die Versicherten verdanken ihm sehr viel. Ohne sein Wirken stünden die Versicherungskunden heute deutlich schlechter da.

Die Mitarbeiter des BdV, der Vorstand und der Aufsichtsrat wissen, sein Werk zu würdigen und trauern um den Tod des Gründers.

Für den Aufsichtsrat
Edda Castelló