GFL Makler- und Beratungsgesellschaft: Die Bedeutung der Kreditversicherer

| Buschfunk von GFL Makler- und Beratungsgesellschaft mbH

Vor zwei Jahren musste die Baumarktkette Max Bahr Insolvenz anmelden. Laut Medienberichten habe die Warenkreditversicherung Coface den Ausschlag für das Ende der Praktiker-Schwester gegeben. Beim Verkauf der Schleckertöchter IhrPlatz und Schlecker XL wurde dem Kreditversicherer Euler Hermes in der Presse vorgeworfen, ihre Rettung zu gefährden, weil er mehr Geld herausschlagen wolle.

Kreditversicherer als Auslöser von Insolvenzen? Natürlich ist kein Kreditversicherer für die Zahlen eines Unternehmens verantwortlich ist, doch manchmal können sie das Zünglein an der Waage sein. Welche Bedeutung die Vorfinanzierer haben, ist jedoch den wenigsten Unternehmen bekannt – bis sie es in einer schwierigen Unternehmensphase selbst zu spüren bekommen.

Für die Liquidität vieler Unternehmen sind Kreditversicherer wichtiger als Banken. Während im letzten Quartal 2014 der Wert der kurzfristigen Bankenkredite an deutsche Unternehmen bei 150,6 Milliarden Euro lag, war das Deckungsvolumen der Kreditversicherer mit 387 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch. Reduziert ein Kreditversicherer seinen Versicherungsschutz für ein Unternehmen, dem es wirtschaftlich schlecht geht, oder hebt ihn gar komplett auf, kann so eine Finanzierungslücke entstehen, die im schlimmsten Fall zur Insolvenz führt.

Größter Kreditgeber sind nicht Banken, sondern Kreditversicherer
GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin weiß, dass davon nicht nur Großunternehmen betroffen sind: „Wir erleben in allen Branchen und allen Unternehmensgrößen, die von Lieferanten mit Zahlungsziel beliefert werden und sich in einer Delle der Geschäftsentwicklung befinden, diesen Einfluss. Die Insolvenz ist dann leider oft die letzte Konsequenz, getrieben durch viele Faktoren. Probleme können die Kreditversicherer den Unternehmen aber schon viel früher bereiten.“

Dabei bietet die Kreditversicherung zunächst vor allem Sicherheit: Ist ein Unternehmen in einer schwierigen Wirtschaftslage, braucht das die Lieferanten nicht zu beunruhigen. Sie liefern weiterhin, sind sie doch über eine Kreditversicherung vor der Insolvenz ihrer Kunden geschützt. Schließlich können über eine Warenkreditversicherung bis zu 90 Prozent eines Forderungsausfalls abgesichert werden. Ohne solch eine Absicherung können Lieferanten schlimmstenfalls selbst in eine Insolvenz gerissen werden.

Doch auch der Kreditversicherer selbst sichert sich ab: Um nicht unversehens in der Haftung zu stehen, überprüfen die Versicherer kontinuierlich die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen. Das geschieht zum einen über öffentliche Daten, zum anderen über Nachfrage beim Unternehmen. Und bereits hier wird vielen Firmen zum Verhängnis, dass sie die Wichtigkeit der Kreditversicherer unterschätzen: Warum sollen sie jemandem Einblick in ihre Zahlen geben, mit dem sie keine direkte Geschäftsbeziehung verbindet? Schließlich hat nicht das Unternehmen selbst den Kreditversicherer beauftragt, sondern dessen Lieferant.

Schlechte Bewertung durch mangelnde Finanzkommunikation
Ein schwerer Fehler, denn Unternehmen, die mit ihren Daten nicht herausrücken, werden sofort abgestraft – mit einer schlechten Bewertung des Kreditversicherers. Das Resultat: Lieferanten lassen sich auf kein Zahlungsziel ein, sondern verlangen Vorkasse. „Einen Schutz davor gibt es leider nicht“, weiß Sarafin. „Es bedarf sehr großes Fingerspitzengefühl des Unternehmers, die richtigen Infos zur Verfügung zu stellen.“  So sei es gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig, die Kommunikation mit den Versicherern aufrecht zu erhalten.

Oftmals ist das einfacher gesagt, als getan: Viele Unternehmen wissen gar nichts von der Warenkreditversicherung ihrer Lieferanten – bis es kritisch wird. Zudem gibt es ohne direkte Geschäftsbeziehung meist keinen Ansprechpartner. Und selbst wenn sich ein Unternehmen entschließt, den Anfragen nach Unternehmensdaten nachzukommen, hat die Firma in der Regel keinen Einblick, wie der Kreditversicherer die Daten verwendet.

Abhilfe schafft hier die GFL, Gesellschaft für Liquidität. Sie verfügt über langjährige Kontakte in der Branche, direkte Zugänge zu den Kreditabteilungen der Kreditversicherer und übernimmt für ihre Kunden – Unternehmen aller Größenordnungen – die Finanzkommunikation mit den Kreditversicherern. Das Unternehmen mit Sitz in Deutschland und der Schweiz überprüft, wie die Versicherer die Bonität der Firmen bewerten und versorgen sie mit den nötigen Informationen, um die Bewertungen zu verbessern.

Drei Fragen an GFL-Geschäftsführer Marcus Sarafin

Warum funktioniert die Kommunikation zwischen Kreditversicherer und Unternehmen oftmals nicht?

Überwiegend handeln die Unternehmen falsch, gerade in schwierigen Zeiten. Denn die Unsicherheit ist doch sehr groß: Viele befürchten, schlechte Informationen zu geben und dann noch mehr Probleme zu haben, als wenn sie keine Infos geben. Hinzu kommt, dass immer mehr anonymisierte E-Mail-Adressen bzw. keine persönlichen Ansprechpartner vorhanden sind. Der Unternehmer fühlt sich oft hilflos dem Kreditversicherer ausgesetzt. Eine aktive Kommunikation zu den Unternehmen durch die Kreditabteilung der Versicherer findet in der Regel nicht statt.

Inwiefern können Sie Ihren Kunden dabei helfen?

Diese grundlegende Problematik versuchen wir seit etwa einem Jahr verstärkt aufzulösen. Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit an, alle Informationen an die Kreditversicherer über GFL zu leiten. Die Vorteile liegen auf der Hand: wir haben den direkten Kontakt in die Kreditabteilung, wir wissen, was benötigt wird, können damit die Infos optimieren, besprechen direkt die zukünftigen Informationswünsche und erhalten Rückinfo nach Auswertung. Teilweise machen wir mit unseren Kunden auch Termine direkt in der Kreditabteilung des Versicherers. So können die Kunden eine optimale Kommunikation zu den Kreditversicherern über uns aufbauen. Wichtig: Auch der Kreditversicherer profitiert von unserer Leistung, da er die gewünschten Infos regelmäßig und wie gewünscht erhält. So hat er die bestmögliche Info- und Entscheidungsgrundlage.

Wann empfiehlt sich überhaupt eine Kreditversicherung und wann nicht?

Eine Kreditversicherung ist ganz sicher ein sinnvolles Instrument zur Steuerung und Risikovorsorge im Debitorenmanagement. Für den Kunden ist es aber ganz wichtig, dass der Kreditversicherer seine Risiken weitestgehend auch abnimmt. Es ist und bleibt aus meiner Sicht eine Versicherung, die aber einen hohen Serviceanteil enthält. Und eine Kreditversicherung ist unverzichtbar für den Unternehmer, der sich neben den Banken im Umlaufvermögen finanzieren will. Factoring und Einkaufsfinanzierung sind ohne Kreditversicherung unmöglich! Die Kreditversicherung bietet Sicherheit und ist die Basis für weitere Liquidität.

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter
und erhalten Sie täglich die wichtigsten
News direkt aus unserer Redaktion!