PKV: Die größten Beitragssprünge

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Im Jahr 2019 sollen sich die privat Krankenvollversicherten im Schnitt über geringere Beitragserhöhungen freuen können. Wie die Beitragssprünge der Anbieter im Geschäftsjahr 2018 aussahen, hat procontra ermittelt.

Dass die Beitragserhöhungen mancher PKV-Anbieter ihren Kunden im vergangenen Jahr teilweise astronomisch hoch erschienen, hatte laut dem PKV-Verband besondere Gründe.

Dass die Beitragserhöhungen mancher PKV-Anbieter ihren Kunden im vergangenen Jahr teilweise astronomisch hoch erschienen, hatte laut dem PKV-Verband besondere Gründe. Bild: Pixabay

Die Beitragsanpassungen (BAP) sind seit jeher ein großes Thema in der privaten Krankenversicherung (PKV). Die BAP-Historie eines Anbieters entscheidet nicht zuletzt darüber, ob ein Kunde sich bei ihm versichern beziehungsweise nach Jahren der womöglich stark steigenden Beiträge sogar wechseln möchte.

Da die privaten Krankenversicherer bei ihren BAP an gesetzliche Vorgaben gebunden sind, dürfen sie nicht jedes Jahr eine moderate, ihrer Kalkulation entsprechende Erhöhung durchführen. Vielmehr stauen sich notwendige Erhöhungen häufig über mehrere Jahre und erfolgen dann bei Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben ruckartig. So kann es teilweise in einzelnen Tarifen zu Preissteigerungen um 40 Prozent kommen wie zum Beispiel 2017 bei der Huk-Coburg. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs im Treuhänderstreit wurde deshalb erneut von mehreren Seiten eine Reform der gesetzlichen BAP-Regeln in der PKV gefordert.

Umfrage unter privaten Krankenversicherern

Der PKV-Verband hat kürzlich mitgeteilt, dass die knapp 8,8 Millionen privat Krankenvollversicherten im Durchschnitt in diesem Jahr (+1,9 Prozent) mit deutlich geringeren Beitragserhöhungen rechnen können als in den Jahren zuvor (2017: +3,4 Prozent; 2018: +4,4 Prozent). „Das hängt vor allem damit zusammen, dass die bis 2017 und 2018 langfristig sinkenden Zinserträge mit einem Schlag ‚eingepreist‘ werden mussten“, heißt es von Seiten des Verbands. Im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2019 seien die Beiträge in der PKV zudem um jährlich 2,8 Prozent erhöht worden, in der gesetzlichen Krankenversicherung dagegen um 3,3 Prozent.

Neben diesen Durchschnittwerten über mehrere Jahre und alle Anbieter hinweg, wollte procontra wissen, wie die BAP ganz konkret bei jedem Versicherer im vergangenen Geschäftsjahr aussahen. Eine solche Übersicht haben wir bereits für das Jahr 2017 erstellt. Eine Auswertung der BAP über die Geschäftsjahre 2011 bis 2016 findet sich darüber hinaus hier.

Von den 41 Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbands wollten 20 nicht an unserer Umfrage teilnehmen beziehungsweise die Frage nach der BAP nicht beantworten. Gefragt hatten wir nach der durchschnittlichen BAP im Jahr 2018 über alle Krankenvoll-, sowie alle Krankenzusatztarife hinweg. Drei Mal wurden unbrauchbare Werte geliefert. Die Envivas bietet keine Vollversicherung (2018: BAP in KV-Zusatz -1,4 Prozent). Die KUK Berufsfeuerwehr Hannover wurde aufgrund ihrer geringen Größe nicht berücksichtigt. Unter den Anbietern mit den größten Beitragssprüngen (siehe untenstehende Bilderstrecke) finden sich vor allem große Marktteilnehmer.

Die BAP der PKV-Anbieter

Württembergische
Die Württembergische Krankenversicherung kam im Jahr 2018 über alle ihre Krankenvolltarife hinweg auf eine BAP von 0,0 Prozent. Die durchschnittliche Anpassung aller Krankenzusatztarife betrug 0,5 Prozent. Bild: GDV
 
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