Diese PKV-Anbieter verloren die meisten Vollversicherten

Versicherungen Top News Meistgeklickt von Florian Burghardt

Die Anzahl der privat Krankenvollversicherten geht weiter zurück. Welche Anbieter wie viele Versicherte abgeben mussten und welchen prozentualen Verlust das für ihren Bestand bedeutete, hat procontra ausgewertet.

Über die Hälfte der PKV-Anbieter musste im Geschäftsjahr 2017 "Lebe wohl" zu einigen seiner Vollversicherten sagen.

Über die Hälfte der PKV-Anbieter musste im Geschäftsjahr 2017 "Lebe wohl" zu einigen ihrer Vollversicherten sagen. Bild: pasja1000/Pixabay

Die private Krankenversicherung (PKV) ist seit Langem fester Bestandteil des dualen Krankenversicherungssystems in Deutschland. Dennoch ist sie immer wieder ganz grundliegender Kritik ausgesetzt. Diese kommt zum Beispiel von Politikern, die das duale System komplett abschaffen und eine Bürgerversicherung einführen wollen. Aber auch die den gesetzlichen Vorgaben geschuldeten sprunghaften Beitragserhöhungen sorgen immer wieder für Kritik. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs im Treuhänderstreit wurde deshalb erneut von mehreren Seiten eine Reform der gesetzlichen Regeln für Beitragsanpassungen (BAP) in der PKV gefordert.

Doch so viel sich Befürworter auch für den Ruf der PKV stark machen – ihre Hauptversicherungsart, die Krankheitsvollversicherung, ist seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Zumindest, wenn es nach der konstant sinkenden Anzahl an Vollversicherten geht. Laut der Statistik des PKV-Verbands waren es Ende des Jahres 2017 noch 8.753.400 und damit 19.300 weniger als ein Jahr zuvor. Im Frühjahr 2018 hatte zudem die Bundesregierung weiter zurückreichende Zahlen vorgelegt. Demnach ist die Anzahl der PKV-Vollversicherten seit dem Jahr 2010 bis einschließlich 2016 rückläufig. Der Großteil aller Anbieter musste in diesem Zeitraum Verluste bei der Anzahl seiner Vollversicherten hinnehmen.

Analyse aller Anbieter

Dieser Trend hat sich im Geschäftsjahr 2017 fortgesetzt. Das geht aus einer procontra-Analyse der Geschäftsberichte aller 41 Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbands hervor (die Geschäftsberichte für das Jahr 2018 werden erst im zweiten Quartal 2019 erwartet). Von den 36 Unternehmen, die eine Vollversicherung anbieten, mussten 21 einen Rückgang der versicherten Personen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 verzeichnen. Ein Minus von mehr als 1.000 Vollversicherten gab es bei 12 PKV-Anbietern. Diese haben wir in der untenstehenden Bilderstrecke zusammengestellt. Zahlenmäßig geringere Verluste gab es bei:

  • DEVK (23 Vollversicherte weniger = Bestandsminus 1,59 Prozent)            
  • Vigo (50 weniger = Bestandsminus 2,8 Prozent)           
  • LIGA (82 weniger = Bestandsminus 2,27 Prozent)            
  • R+V (102 weniger = Bestandsminus 0,17 Prozent)          
  • Württembergische (350 weniger = Bestandsminus 1,48 Prozent)          
  • Barmenia (492 weniger = Bestandsminus 0,16 Prozent)         
  • Universa (622 weniger = Bestandsminus 0,44 Prozent)          
  • Pax Familienfürsorge (652 weniger = Bestandsminus 1,7 Prozent)          
  • Nürnberger (768 weniger = Bestandsminus 1,79 Prozent)

Diese 12 PKV-Anbieter verloren die meisten Vollversicherten

SDK
Die Süddeutsche Krankenversicherung verfügte Ende des Geschäftsjahres 2017 über 160.995 Vollversicherte. Das waren 1.847 weniger als im Vorjahr und bedeutete einen Rückgang um 1,13 Prozent. Bild: GDV
 
  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare