Diese Unfallversicherer machen am meisten Gewinn

Versicherungen Top News Meistgeklickt von Florian Burghardt

Die Unfallversicherung ist für die meisten Anbieter ein profitables Geschäft. Eine Auswertung offenbart sogar 7 Versicherer mit einer Schadenkostenquote von unter 70 Prozent. Die Branchengrößen Allianz, R+V und Axa stehen indes auf der Verlustseite.

Bei manchen Unfallversicherern bleibt pro Beitragseuro deutlich mehr hängen als bei anderen.

Bei manchen Unfallversicherern bleibt pro Beitragseuro deutlich mehr hängen als bei anderen. Bild: nattanan23/Pixabay

Der privaten Unfallversicherung hängt der Ruf als „Cash Cow“ unter den Versicherungssparten nach. Grund dafür ist ihre konstant niedrige Schadenkostenquote (Combined Ratio). Im Jahr 2017 lag sie im Branchendurchschnitt bei 81,5 Prozent. Die Anbieter haben also mit jedem eingenommenen Beitragseuro 19,5 Cent Gewinn gemacht. In den 10 Jahren zuvor lag sie sogar 8 Mal unter 80 Prozent.

Tatsächlich gibt es nur 4 Unfallversicherer, deren Schaden- und Betriebsaufwendungen im zusammengefassten Durchschnitt der Geschäftsjahre 2015, 2016 und 2017 über 100 Prozent der Bruttobeitragseinnahmen lagen – oder kurzgesagt: Die Verlust gemacht haben.

Allianz, R+V und Axa machen Minus

Das geht aus dem aktuellen Branchenmonitor Unfallversicherung hervor, den die V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der YouGov Deutschland GmbH erstellt hat (hier kostenpflichtig bestellen). Untersucht wurden dabei die 50 größten Unfallversicherer auf dem deutschen Markt. Sie stehen für eine Marktabdeckung von 93 Prozent. Als Datenquellen wurden die Geschäftsberichte der Versicherer und die BaFin-Jahresberichte der Jahre 2015 bis 2017 herangezogen, sowie das aktuelle Statistische Taschenbuch 2018 des GDV. Die umfangreichen Auswertungen gibt es auch für die Lebensversicherung und für die Kfz-Versicherung.

Die 4 unprofitablen Unfallversicherer sind (in Klammer steht die durchschnittliche Combined Ratio für die Sparte Unfall der Geschäftsjahre 2015, 2016 und 2017):

  • R+V (122,76 Prozent)              
  • Allianz (108,13 Prozent)          
  • Axa (103,24 Prozent)            
  • Mannheimer (100,49 Prozent)

Mit R+V (399 Millionen Euro Beitragseinnahmen in 2017; 6,15 Prozent Marktanteil), Allianz (1.283 Millionen Euro; 19,8 Prozent) und Axa (238 Millionen Euro; 3,67 Prozent) befinden sich drei der 10 größten Unfallversicherer also dauerhaft in der Verlustzone. Deutlich profitabler läuft das Unfallgeschäft bei den 7 Anbietern in der unten stehenden Bilderstrecke. Sie konnten im Dreijahresschnitt jeweils unter 70 Prozent Schadenkostenquote bleiben.

Die 7 profitabelsten Unfallversicherer

Ergo
Die Ergo kam laut dem Branchenmonitor im Durchschnitt der Geschäftsjahre 2015, 2016 und 2017 auf eine Schadenkostenquote von 69,48 Prozent. Im Jahr 2017 verfügte sie in der Unfallsparte über Beitragseinnahmen in Höhe von 630 Millionen Euro, was einem Marktanteil von 9,73 Prozent entsprach. Bildquelle: GDV
 
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