Rentenbeitrag wird steigen

Berater Top News Bilderstrecken von Michael Fiedler

Während die Koalition von "Entlastung" spricht, schiebt sie schon mal den Beitragsregler nach oben. Aber zur allgemeinen Beruhigung soll der Beitrag zur Gesetzlichen Rentenversicherung bis 2025 nicht über 20 Prozent steigen. Ist doch was, meint Michael Fiedler.

Rente, Koalition, Merkel, Sozialversicherung

Kompass geeicht und Richtung bestimmt: Koalition einigt sich auf Änderungen bei der Rente. pixabay / wir_sind_klein

Nein, der große Wurf ist es nicht. Die Rentenreform lässt weiter auf sich warten. Schließlich muss die gerade erst eingesetzte Rentenkommission Vorschläge für die Zeit nach 2025 erarbeiten. Bis dahin müssen die nun getroffenen Beschlüsse ausreichen. Man kann durchaus von kosmetischen Änderungen bei der Rente sprechen. Schließlich ist Kosmetik auch in den meisten Fällen unnötig und teuer.

Was diese kosmetischen Änderungen überdecken sollen: Eigentlich wäre der Rentenbeitrag zum 01. Januar 2019 sogar gesunken. Von aktuell 18,6 Prozent auf 18,3 Prozent. Stattdessen "verkauft" die Koalition ihren Beschluss, den Beitrag bis 2025 nicht über 20 Prozent steigen zu lassen, als Erfolg.

Aber, werden Sie vielleicht einwenden, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden stärker sinken, als im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Stimmt. Statt der ursprünglich vereinbarten Senkung von 0,3 Prozentpunkten werden es nun 0,4 plus 0,1 Prozentpunkte sein. Die Unterscheidung ist wichtig, denn die 0,1 Prozent sind bis 2022 begrenzt (eine dritte Haltelinie). Ab 2019 werden dann "nur noch" 2,5 Prozent vom Bruttolohn für die Arbeitslosenversicherung abgezogen.

Dafür steigt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung. Nicht um die angekündigten 0,2 Prozentpunkte, sondern stattliche 0,5.

Warnungen von Ökonomen, dass die Kassen nicht durch Wahlgeschenke weiter belastet werden sollten, schlagen die Verantwortlichen weiterhin in Wind. Dass sie damit einen wesentlichen Beitrag zur Verunsicherung in Deutschland leisten, werden sie weiterhin nicht wahrhaben wollen. Fragt sich nur, wie lange das gut gehen kann.

Rentenniveau und Beitragssatz werden stabil gehalten
Das Rentenniveau wird bis 2025 bei 48 Prozent stabil gehalten. Das soll sowohl den rund 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner von heute, als auch den Beschäftigten, die zukünftig in Rente gehen, zu Gute kommen. Zudem wird der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung 20 Prozent bis 2025 nicht übersteigen. Das hält die Bundesregierung für eine Entlastung der jüngeren Generation. pixabay / Zaimful
 
  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare