Abschlusskosten: 25 Lebensversicherern gelingt Senkung

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Der Bund der Versicherten (BdV) und der Versichererverband (GDV) diskutieren die Entwicklung der Abschlusskostenquoten der Lebensversicherer konträr. Zeit für Zahlen aus einer objektiveren Instanz, dem procontra LV-Check 2018.

Weniger ist mehr - Einem Drittel der Lebensversicherer gelang eine Senkung ihrer Abschlusskostenquote_Foto:patrickian4

Weniger ist mehr - Einem Drittel der Lebensversicherer gelang eine Senkung ihrer Abschlusskostenquote_Foto:patrickian4

Die Aussage von BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein, dass es „noch nie derart hohe Provisionen wie heute, gemessen an der Höhe der garantierten Altersvorsorge, gegeben hätte“, sorgte für Aufregung. Makler konnten darüber nur den Kopf schütteln, sehen sie sich doch immer wieder durch regulatorische Eingriffe in ihren Einnahmequellen beschnitten. Geht es nach Kleinlein, wird der geforderte harte Provisionsdeckel im Bereich der Lebensversicherungen bei 1,5 Prozent der Beitragssumme gezogen. Alles darüber hinaus sei „unredlich“.

LVRG wirkt

Dabei gingen die Abschlusskostenquoten seit Inkrafttreten des LVRGs bereits zurück. Im ersten Bilanzjahr 2015 unter dem LVRG sank der Marktschnitt der Anbieter im procontra LV-Check von 4,95 auf 4,84 Prozent. In 2017 waren es dann sogar 4,67 Prozent. Kleinlein und der Politik scheint das zu wenig. Für den GDV sind Kleinleins Rechenkünste daher „irreführend“. „Nachweislich sind die vom Kunden zu tragenden Abschlusskosten seit Inkrafttreten des LVRGs deutlich gesunken“, so Sprecher Christian Ponzel.

Wer heute eine Lebensversicherung abschließt, zahle 22 Prozent weniger für den Abschluss als noch vor vier Jahren. Die an Vermittler gezahlten Abschlussprovisionen seien um fast 13 Prozent gesunken. „Der BdV nimmt diese Fakten leider nicht zur Kenntnis, sondern argumentiert mit einer eigenen Modellrechnung und fiktiven Provisionshöhen. Es ist unsinnig, Provisionen ins Verhältnis zu Garantien zu setzen, denn die Garantien müssen angesichts des Zinsverfalls und der steigenden Lebenserwartung bei einem heute abgeschlossenen Vertrag niedriger sein als vor 20 Jahren“, ergänzt Ponzel.

Makler sollten sich ein eigenes Bild verschaffen, welche Anbieter ihre Kosten senken konnten. Bei der Abschlusskostenquote gelang dies seit LVRG (2015) immerhin 40 von 68 Anbietern im procontra LV-Check

procontra LV-Check 2018

Vergangenes Bilanzjahr konnten 25 Lebensversicherer ihre Abschlusskosten weiter senken. Mit dabei: LVM & Targo (je -0,01 %-Punkte), Barmenia (-0,04), Iduna (-0,05) DEVK (-0,07), Deutsche Ärzteversicherung (-0,08), VPV & Hannoversche (ja -0,09) und Allianz & Zurich (je -0,1).

Die 15 größten Kostensenker 2017 in der Bilderstrecke:

#15 Stuttgarter
Die Abschlusskostenquote setzt die absoluten Aufwendungen ins Verhältnis zur Beitragssumme des Neugeschäfts. Die Stuttgarter war einer der ersten Anbieter, der nach dem LVRG die Provisionen im Abschluss reduzierte. Seitdem sank die Quote von 5,2 auf 4,45 Prozent.
 
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