Wohngebäudeversicherung: 44 Tarife können überzeugen

Berater Top News von Martin Thaler

Mit einer Wohngebäudeversicherung können sich Hausbesitzer gegen einen möglichen finanziellen Ruin absichern. Doch welche Tarife überzeugen? Das Ratinghaus Morgen & Morgen hat insgesamt 183 Tarife einer Prüfung unterzogen.

Ein Brand und Hausbesitzer stehen vor den Trümmern ihrer Existenz - in solchen Fällen hilft die Wohngebäudeversicherung.

Ein Brand und Hausbesitzer stehen vor den Trümmern ihrer Existenz - in solchen Fällen hilft die Wohngebäudeversicherung. Foto: kolyaeg - Pixabay.de

Ein Sturm, der das Dach abdeckt. Ein Feuer, das das Haus unbewohnbar macht. Ein Rohrbruch, der Schlaf- und Wohnzimmer flutet. Es sind zahlreiche Szenarien denkbar, die für Hausbesitzer schwerwiegende finanzielle Folgen mit sich bringen. Viele greifen, um dieses Risiko zu minimieren, zu einer Wohngebäudeversicherung. 19,5 Millionen Policen hatten die deutschen Versicherer laut GDV-Statistik 2016 in ihren Büchern – das waren rund zwei Millionen Verträge mehr als noch 1995.

Fast jeder Sachversicherer hat ein entsprechendes Angebot für Hausbesitzer in seinem Angebot. Doch welche Wohngebäudeversicherung kann auch hinsichtlich ihrer Leistungen überzeugen? Dieser Frage widmete sich nun die Rating-Agentur Morgen & Morgen und unterzog insgesamt 183 Tarife einer Prüfung. Über 20 Prozent der Tarife, 44 an der Zahl, erhielten dabei die Bestnote von den M&M-Analysten.  

Insgesamt ergab die Analyse, dass viele Versicherer ihre Grundprodukte in der vergangenen Zeit erweitert haben, also auf kostenpflichtige Pakete und Leistungseinschlüsse setzen, als verschiedene Tarife zu konzipieren.

 „Zudem drängen All-Risk Tarife vereinzelt schon jetzt auf den Markt. Sie schließen unter anderem Hausratleistungen ein. Hier sehen wir einen Trend, der sich fortsetzen wird“, beobachtete M&M-Geschäftsführer Peter Schneider. Auch unbenannte Gefahren und automatische Bedingungsupdates finden sich zunehmend in den Bedingungen der Versicherer.  

Zur Rating-Verfahren: Insgesamt wurden die Bedingungswerke der einzelnen Tarife anhand von 50 Leistungsfragen mit unterschiedlicher Gewichtung untersucht. Insgesamt konnten die Tarifen dabei mit 120 Punkten bewertet werden. Ab einer Punktezahl von 100 wurden die Tarife mit der Höchstnote (5 Sterne) versehen, ab 80 Punkten gab es vier Sterne, ab 60 drei Sterne etc.  

Zudem mussten Tarife, wollten sie die Höchstwertung erzielen, bestimmte Mindestkriterien erfüllen. Hierzu zählen unter anderem der Verzicht auf Leistungskürzungen bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalles sowie die Mitversicherung von Frost- und Bruchschäden an Ableitungs-, Wasser- und Heizungsrohren außerhalb des Gebäudes.  

Das Ergebnis:  


Die erfreuliche Nachricht: Ein Großteil der Tarife konnte die Analysten überzeugen. 44 Tarife wurden mit der Höchstbewertung von fünf Sternen versehen, 71 weitere erhielten vier Sterne. Insgesamt 22 Tarife bekamen eine durchschnittliche Bewertung von drei Sternen, 35 erhielten zwei und nur elf Tarife fielen vollkommen bei den Analysten durch und kassierten eine Ein-Sterne-Bewertung, wobei es sich hier in der Regel um Basis-Tarife handelte.

Besonders gut abschneiden konnte unter anderem die Deutsche Versicherungsmakler Aktiengesellschaft (DEMA) – gleich drei von fünf Tarifen erhielten hier die Höchstwertung von fünf Sternen, die beiden anderen wurden mit vier bzw. drei Sternen bedacht. Bei der Konzept & Marketing-Gruppe wurden beide im Portfolio befindlichen Tarife (allsafe casa bzw. domo) mit fünf Sternen ausgezeichnet – ebenso wie bei der AMEXPool AG (Plus- und Exclusiv-Tarif).

Die Gothaer konnte mit ihren Premiumtarifen Wohngebäude Plus bzw. Premium überzeugen, der Basistarif musste sich hingegen mit drei Sternen zufrieden geben. Auch Charta, degenia, Domcura, Helvetia, RheinLand sowie die Rhion Versicherung erhielten gleich mehrfach die Topbewertung für ihre Tarife.  

Das gesamte Ergebnis finden Sie hier.

5 wichtige Leistungskriterien

Verzicht bei grober Fahrlässigkeit
Natürlich sollte jeder Hauseigentümer sorgsam mit seiner Immobilie umgehen, um unnötige Schäden zu vermeiden. Kommt es aber doch zu einem Schaden aufgrund grober Fahrlässigkeit, so können die Kunden aufatmen, deren Versicherer ihnen deswegen nicht die Leistungen kürzt. Dies ist bei 44 der 58 getesteten Tarife der Fall. Neben Leistungskürzungen wird in ebenfalls 44 Bedingungen auch generell auf den Einwand grober Fahrlässigkeit verzichtet. Liegen allerdings grob fahrlässige Verletzungen von Sicherheitsvorschriften oder Obliegenheiten vor, so verzichten nur 8 von 58 Tarifen auf Leistungskürzungen. Bild: RyanMcGuire/Pixabay
 
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