PKV-Tarifwechsel: Allianz im Fokus vom BdV

Versicherungen Top News von Michael Fiedler

Der Tarifwechsel in der Privaten Krankenversicherung (PKV) soll laut Bund der Versicherten (BdV) "nur schleppend verlaufen". Besonders die Allianz ist im Fokus der Verbraucherschützer. Gegenüber procontra bezog Allianz dazu Stellung.

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Dauert die Bearbeitung von Tarifwechsel-Anfragen bei Allianz besonders lang? procontra fragte nach. Bild: picture alliance / Markus C. Hurek

In der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft möglich - so sieht es § 204 VVG vor. Im Zuge der Umsetzung unterwarfen sich einige PKV-Anbieter den "Leitlinien zum unternehmensinternen Tarifwechsel". Das war bereits 2016. Ein erklärtes Ziel: zeitige Antworten sowie transparente und individuelle Beratung.

BdV: "Allianz mit Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen"

Doch diese Ziele werden offenbar nicht erreicht. So beklagt sich der Bund der Versicherten (BdV) Ende letzter Woche in einer Medienmitteilung, dass "der Tarifwechsel [...] bei einigen Gesellschaften meist nur schleppend [erfolgt]." Verbraucher müssten oft wochenlang auf Angebote warten. procontra fragte bei den Verbraucherschützern nach, welche Gesellschaften damit gemeint seien. Die Antwort vom BdV ließ nicht lange auf sich warten: Gerade die Allianz würde mit mehrwöchigen Bearbeitungszeiten auffallen. Bianca Boss (BdV) gegenüber procontra: "Beobachten konnten wir natürlich nur die Anliegen unserer Mitglieder, welches zahlenmäßig sicherlich begrenzt ist. Wir sind uns jedoch sicher, dass es sich hierbei nicht um Ausnahmen handelt, sondern schon seit langem um den Regelfall. Die Allianz hat ja auch selber zugegeben, dass es im Bereich der PKV aufgrund von Softwareumstellungen zu erheblichen Bearbeitungszeiten kommt. Auch beim Thema Tarifwechsel zeigt sich das Problem - auf Kosten der Versicherten!"

Allianz: IT-Umstellung jetzt abgeschlossen

Auf procontra-Nachfrage räumte Allianz die Wartezeiten ein. Seit der IT-Umstellung im Sommer 2017 seien insgesamt über zwei Millionen Verträge, über 300 Millionen Buchungen und rund 30 Millionen Erstattungsfälle auf das neue System überführt worden, so der Versicherer. Dieser Prozess sei nun abgeschlossen. "Durch den IT-Umzug haben sich besonders Ende 2017 Arbeitsstände aufgebaut, die Kunden als Wartezeit erlebt haben", so Allianz auf procontra-Anfrage. Etwa die Hälfte der Fälle sei innerhalb einer Woche bearbeitet und erledigt gewesen. "Aber es gab Fälle, bei denen es deutlich länger dauerte. Die Wartezeiten bedauern wir sehr und entschuldigen uns bei unseren Kunden", so Allianz.

Allianz erstattet Mehr-Beiträge

Die Fälle mit Wartezeiten seien nun deutlich reduziert und der Abbau der offenen Vorgänge gehe gut voran. Gegenüber procontra kündigte der Versicherer an, Mehr-Beiträge zu erstatten: "Sofern es zu einer verspäteten Bearbeitung bei einem Tarifwechsel kommt, ändern wir den Vertrag natürlich rückwirkend: unsere Kunden erhalten die Vertragsumstellung zum gewünschten Zeitpunkt, auch wenn dieser schon verstrichen ist. Zu viel entrichtete Beiträge werden zurückerstattet."

PKV-Tarifwechsel: 7 Tipps für Makler

(Zusammengestellt von PKV-Wechsel-Spezialistin Anja Döring, Geschäftsführerin der KVoptimal GmbH)

Anrechnung von Altersrückstellungen
Altersrückstellungen bleiben dem Versicherten gemäß §204 VVG erhalten. Die im Zieltarif überschüssig angesammelten Rückstellungen wirken sich beitragsmindernd aus und reduzieren die neue Prämie. Dieser positive Nebeneffekt führt aber auch dazu, dass bei einer eventuellen Rückkehr in den alten Tarif oder einen mit einer höheren anzusparenden Rückstellung Mehrbeiträge anfallen können. Quelle: Pixabay
 
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