vzbv: Bei diesen Riester-Anbietern sind die Kosten besonders hoch

Top News Berater von Michael Fiedler

Riestern ist zu teuer – so lautet das Fazit einer Erhebung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Wie vorgegangen wurde und welche Anbieter besonders hohe Kosten aufweisen.

Klaus Müller Verbraucherschutz Riester Effektivkosten

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) - hier im Bild der Vorsitzende Klaus Müller - hält die Kosten bei Riester-Produkten für zu hoch. Bild: vzbv

Riester-Anbieter müssen seit Januar 2017 die angenommenen Effektivkosten im Produktinformationsblatt ausweisen. Diese beziehen sich jeweils auf ein konkretes Vertragsangebot. Kunden sollen die Kosten der Produkte besser vergleichen können. Dafür müssen auch für Musterverträge für die Laufzeiten von 12, 20, 30 und 40 Jahren Effektivkosten angegeben werden. Die Einführung der "PIBs" und des Kostenausweises sollte die Vergleichbarkeit erhöhen und letztlich zu einer Kostensenkung führen.

Dass so ein Vergleich der Effektivkosten bei Produkten unterschiedlicher Chancen-Risiko-Klassen nicht möglich sei, räumte allerdings selbst der GDV recht bald ein.

Um zu überprüfen, ob die genannten Ziele erreicht wurden, haben die Verbraucherschützer „eine rechnerische Basis geschaffen, um ausgewählte Produkte im Verhältnis zu einem Referenzwert vergleichen zu können.“ Für den Referenzwert wurden die Annahmen des ergänzenden Berichtes der Bundesregierung zum Rentenversicherungsbericht ("Alterssicherungsbericht" PDF) genutzt. Im Alterssicherungsbericht wird davon ausgegangen, dass die eingezahlten Beiträge (Eigenbeiträge zzgl. Zulagen) über den gesamten Zeitraum mit 4,0 Prozent verzinst werden und die Kosten 10 Prozent der eingezahlten Beiträge betragen.

Die genaue Stelle im Alterssicherungsbericht dazu: 

 

Daraus, so die Verbraucherschützer, lassen sich bezogen auf die Laufzeiten der Musterverträge Effektivkosten ableiten, die bei einer Laufzeit von

  • 12 Jahren bei 1,09 Prozent,
  • 20 Jahren bei 0,77 Prozent,
  • 30 Jahren bei 0,65 Prozent und
  • 40 Jahren bei 0,62 Prozent

liegen.

Der vzbv hat diese Werte als Maßstab in ein Verhältnis zu den Effektivkosten, der von den Anbietern online veröffentlichten Muster-Produktinformationsblättern (Stand: 1. April 2017) gesetzt. Sowohl klassische, als auch eine fondsgebundene Produktvarianten wurden dabei untersucht.

„Im Extremfall liegen die Kosten um das Fünffache höher als der Soll-Wert“, schreibt der vzbv zu den Ergebnissen. Bis auf wenige Ausnahmen könnten die am Markt befindlichen Versicherungsprodukte die Erwartungen der Politik an kosteneffiziente Angebote zur kapitalgedeckten Altersvorsorge nicht erfüllen. Deshalb sei ein Basisprodukt für die Altersvorsorge (Non-Profit-Vorsorgefonds) einzuführen, das den einfachen Aufbau einer kosteneffizienten kapitalgedeckten Altersvorsorge ermöglicht, so die Forderung der Verbraucherschützer.

Kostenvergleich des vzbv

Effektivkosten (Laufzeit 12 Jahre) im Vergleich des vzbv
 
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