Riester: „Möchte nicht, dass Sie Geld verlieren“

Berater Bilderstrecken von Michael Fiedler

Die Bundestagswahl 2017 sei nicht geeignet, um mit emotionalen Themen wie Rente oder Pflege auf Stimmenfang zu gehen. Das könne zu Fehlentwicklungen führen, warnte Walter Riester auf der Fonds Finanz Hauptstadtmesse in Berlin. Wer für die „Rentenreform“ sorgen soll, wenn es die Politik nicht tut.

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Walter Riester, Bundesminister a.D., auf der Hauptstadtmesse 2017. Bild: procontra

Emotionale Themen wie Rente oder Pflege sind nicht geeignet, um damit im Wahlkampf auf Stimmenfang zu gehen, warnte Walter Riester auf der Podiumsdiskussion „Zukunft der Altersvorsorge nach der Bundestagswahl“ auf der 8. Hauptstadtmesse in Berlin.
Welche Fehlentwicklungen mit solchen Wahlkampfversprechen verbunden seien, könne man heute noch an den immensen Kosten der Mütterrente und der Rente mit 63 ablesen, so der ehemalige Bundesminister Walter Riester.
Ganz um den Wahlkampf kam Riester als SPD-Mann allerdings doch nicht. Die Äußerung Merkels, dass bis 2030 kein Handlungsbedarf in Sachen Rente bestehe, nannte Riester eine Luftnummer. Merkel würde das Demografie-Problem nicht ernst nehmen. Zudem fehle es an Alternativen zur Erhöhung des Renteneintrittsalters. Viele Stellschrauben biete das System nicht, so Riester. Wenn eine auskömmliche Rente gezahlt werden soll, müsste dann z.B. der Steuerzuschuss in die Rentenkasse weiter steigen. Es sei notwendig, jetzt zu handeln. „Altersvorsorge ist ein Thema, das sie täglich angehen müssen – aber nicht im Wahlkampf“, forderte Riester von der Politik.
Notwendig sei das auch, weil schon jetzt immer mehr Senioren auf Zuverdienstmöglichkeiten während der Rentenphase angewiesen sind.

Mehr Fakten – weniger Meinung

Die Diskussion um Altersvorsorge sei von vielen „alternativen Fakten“ geprägt – auch innerhalb der Branche, wunderte sich Martin Gräfer (Vertriebsvorstand Bayerische). Gräfer forderte die Vermittler auf, dem wieder selbstbewusster entgegenzutreten. Dazu sei es auch wichtig, den Zweck der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge klarzumachen. Sie war nie als Alternative, sondern von Anfang an als Ergänzung gedacht. Und diese Rolle erfülle die Riester-Rente aller Unkenrufe zum Trotz. Das zu belegen, verwies Gräfer auf Förderquoten und Zulagenempfänger.

PIB bringt nicht die erhoffte Transparenz

Joachim Haid, Initiator von „proRiester“, empfahl, auch eine Altersvorsorge-Beratung mit einer umfassenden Bedarfsanalyse zu beginnen und sich bei Produktvergleichen auf Leistungsmerkmale wie flexibler Rentenbeginn oder Beitragsaussetzung zu konzentrieren. Reine Beitragsvergleiche würden den komplexen Produkten nicht gerecht und auch die Produktinformationsblätter (PIB) könnten dem Anspruch, Transparenz herzustellen, nicht gerecht werden.

Etwa 200 der insgesamt 3.650 Messebesucher der Fonds Finanz-Hauptstadtmesse folgten dem Vortrag.

Ein Gesprächstipp von Walter Riester und wer die „Rentenreform“ nun angehen muss

Hat die Altersvorsorge noch Zukunft?...
Auf der 8. Hauptstadtmesse der Fonds Finanz traten Walter Riester (Bundesminister a.D.), Martin Gräfer (Vertriebsvorstand Bayerische) und Joachim Haid (Initiator proRiester) gemeinsam auf das Podium...
 
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