Neue Klassik hebt bei der Debeka ab

LV-Check Top News von Martin Thaler

Im vergangenen Jahr stellte der Koblenzer Lebensversicherer den Vertrieb klassischer Versicherungen ein und setzt komplett auf fondsgebundene Produkte. Bei den Kunden scheint dieser Schritt anzukommen.

Die Debeka setzt im Neugeschäft ganz auf Produkte der Neuen Klassik.

Die Debeka setzt im Neugeschäft ganz auf Produkte der Neuen Klassik. Foto: Debeka

Das Geschäft mit fondsgebundenen Lebensversicherung nimmt bei der Debeka spürbar an Fahrt auf. Im vergangenen Jahr konnte der Versicherer, der Mitte 2016 den Vertrieb klassischer Rentenversicherungen eingestellt hatte, den Policen-Bestand fondsgebundener Produkte um 135,86 Prozent, von 6.670 auf 15.732 ausbauen. Auch im Bereich der Rentenversicherungen konnte die Debeka um 20,07 Prozent auf 1.685.945 Policen zulegen.  

Zwar konnte damit nicht der Verlust am Gesamtbestand (minus 1,31 Prozent auf 3.385.116) nicht kompensiert werden, doch stimmt die mit der aktuellen Niedrigzinsphase einhergehende Einführung der neuen Altersvorsorgeprodukte die Koblenzer optimistisch. Das deutliche Plus im Fondsgeschäft erklärte der Versicherer unter anderem mit der Einführung der neuen „CAI-Tarife“ Mitte des vergangenen Jahres. Die Debeka bietet den Kunden dabei an, seinen Beitrag auf einen garantiebasierten sowie einen fondsgebundenen Baustein aufzuteilen.

Kunden nehmen neue Tarife an

„Die chancenorientierten Tarife werden von unseren Kunden und Interessenten sehr gut angenommen“, zeigt sich die Debeka mit dem Geschäft zufrieden. So seien im zweiten Halbjahr 2016 „bereits 33.000 der neuen CAI-Tarife abgeschlossen“, heißt es aus Koblenz. Zusammen mit dem Vorgängerangebot der CA-Tarife konnten so im Jahr 2016 mehr als 50.000 Verträge der sogenannten neuen Klassik abgeschlossen werden.  

Weitere Wachstumsimpulse verspricht sich der Lebensversicherer durch einen neuen Rentenversicherungs-Tarif für Einmalbeiträge.  

Gewachsen ist im vergangenen Jahr auch der Betrag, den die Debeka in die Zinszusatzreserve überführen musste. Lag dieser 2015 noch bei 679 Millionen Euro, stieg der Betrag im vergangenen Jahr auf über eine Milliarde Euro. Der Versicherer betonte auf procontra-Nachfrage allerdings, hierfür keine stillen Reserven bzw. im Zusammenhang mit der Umstrukturierung von Wertpapieren nur in einem sehr geringen Umfang Bewertungsreserven aufgelöst zu haben.

Hohe Zuführungen zur ZZR

Die Bildung der Zinszusatzreserve sei für viele Versicherer jedoch nur noch auf diesem Wege möglich, merkte der Versicherer und kritisierte: „Das ist aber betriebswirtschaftlich unsinnig und schädlich, weil es die Substanz der Kapitalanlagen schwächt.“  

Auch für dieses und die kommenden Jahre rechnet der Versicherer mit „hohen Zuführungen zur Zinszusatzreserve“. Aus diesem Grund unterstützt die Debeka, wie auch andere Lebensversicherer sowie die BaFin, eine Reform der Zinszusatzreserve, durch die die Versicherer letztlich mehr zum Aufbau der ZZR bekommen. Hierbei zeigt man sich optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass die notwendigen Schritte zeitnah in der neuen Legislaturperiode ergriffen werden.“

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