Wettbewerbszentrale: 20 Prozent mehr Beschwerden über Vermittler

Berater von Florian Burghardt

In ihrem Jahresbericht gibt die Wettbewerbszentrale Auskunft darüber, wem sie 2016 auf die Finger geklopft hat. Darunter sind auch einige Makler und Vertreter. procontra nennt zahlreiche Negativbeispiele und zeigt auf, wie es richtig geht.

Im vergangenen Jahr nahmen die Beschwerden über Versicherungsvermittler zu.

Im vergangenen Jahr nahmen die Beschwerden über Versicherungsvermittler zu. Bild: komposita/Pixabay.com

Irreführung, belästigende Werbung oder Verstöße gegen Marktverhaltensregeln – um Beschwerden zu diesen und anderen Themen kümmert sich die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Form von Abmahnungen, Unterlassungserklärungen und gegebenenfalls Klagen gegen die Verantwortlichen. Die Kontrollinstitution mit Sitz in Bad Homburg hat nun ihren Jahresbericht für 2016 veröffentlicht.

Darin schlüsselt sie unter anderem auf, wie sich die rund 10.900 Vorfälle des vergangenen Jahres auf die einzelnen Branchen verteilen. Dabei werden die Beschwerden über Versicherer und Versicherungsvermittler mit denen über Banken und andere Finanzdienstleister in der Branche Finanzen zusammengefasst.

Wenig Vorfälle, aber deutliche Steigerung

Dabei handelt es sich mit 149 Fällen zwar um eine Branche mit verhältnismäßig wenigen Beschwerden – beispielsweise verglichen mit der Gesundheitsbranche oder den Versteigerungsplattformen (beide über 1.000 Fälle). Dennoch kam es mit Blick auf 2015 zu einem Anstieg der Vorfälle um 20 Prozent.

Aus der Gattung der Versicherungsmakler schildert die Wettbewerbszentrale einen Fall, bei dem ein freier Vermittler damit warb, die günstigste Mietkautionsversicherung anbieten zu können. Da zur selben Zeit aber auch andere Makler in der Lage waren, eine gleichwertige oder sogar bessere Offerte zu machen, erwirkte sie eine Unterlassungserklärung gegen den Vermittler.

In einem anderen Fall ging die Wettbewerbszentrale gegen den Betreiber eines Vergleichsportals für Versicherungen vor, das auch den Abschluss von Tarifen ermöglichte. Der Betreiber verfügte selbst nicht über die entsprechende Erlaubnis zur Vermittlung. Allerdings machte er auf seinen Internetseiten auch nicht ausreichend kenntlich, dass es sich dabei nur um Affiliate Marketing handelte und der Vermittler eigentlich ein anderes Unternehmen sei. Dieser Praxis schob das Landgericht Leipzig im Juli einen Riegel vor (Az. 05 O 1350/16).

So lieber nicht

Spätestens seit dem Prozess des BVK gegen Check24 ist bekannt, wie brisant das Thema Erteilung der Erstinformation für Vermittler werden kann. Gegenüber procontra hat Peter Breun-Goerke, der Syndikusrechtsanwalt der Wettbewerbszentrale, erklärt, wie ein rechtssicheres Vermittler-Impressum auszusehen hat – auch auf Facebook und Co.

In der untenstehenden Bilderstrecke gibt Breun-Goerke zudem Einblick in 5 seiner kuriosesten Fälle von Versicherungs-Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht. So sollten es Makler lieber nicht machen:

Liebe Grüße, dein Makler
Rechnungen, Mahnungen, Werbeprospekte – der Blick in den Briefkasten ist häufig mit unschönen Themen behaftet. Welch positive Abwechslung bringt da nicht ein handgeschriebener, persönlicher Brief? Das hat sich auch ein Makler gedacht und sein Werbeangebot auf diese Weise an Privatleute verschickt. Aber Vorsicht: Sogenannte „getarnte Werbung“ verstößt gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).
 
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