Volkswohl Bund: Moderne Klassik hebt Neuzugang

LV-Check Top News Versicherungen von Matthias Hundt

Nach drei Jahren der Schmelze steigert der Volkswohl Bund wieder seinen Neuzugang. Woran das lag und warum die gesunkene Abschlusskostenquote nicht von Dauer ist. In der Bilanzanalyse des Volkswohl Bundes fällt der Turnaround im Neuzugang auf.

Dietmar Bläsing_Volkswohl Bund

Dietmar Bläsing, seit Mai 2017 Vorstandsvorsitzender des Volkswohl Bundes, blickt auf ein gutes Geschäftsjahr des Lebensversicherers zurück.

Nachdem der Lebensversicherer drei Jahre jeweils unter dem Vorjahresergebnis blieb, konnte man 2016 wieder zulegen. Um 5,7 Prozent fiel der Neuzugang nach APE (laufender Beitrag + Einmalbeitrag/10) höher aus als 2015 (siehe Grafik). Knapp 129 Millionen Euro standen Ende des Geschäftsjahres zu Buche. Rund 15 Prozent entfielen davon auf das Einmalbeitragsgeschäft (Marktschnitt 2015: 34%) „Wir waren insbesondere mit unserer 2015 neu eingeführten klassischen Rentenversicherung Klassik modern sehr erfolgreich. Die Beitragssumme lag über 900 Millionen Euro, damit hat sich das Neugeschäft mit diesem Produkt mehr als verdoppelt“, berichtet Dietmar Bläsing, jüngst zum Vorstandsvorsitzenden des Maklerversicherers erhoben, gegenüber procontra. Die moderne Klassik erreichte einen Anteil von 40 Prozent am Neuzugang im Bereich der Altersvorsorge.

In der Spartenbetrachtung sticht das Kollektivgeschäft hervor, in dem der Neuzugang um 16 Prozent zurückging. Ein Resultat, das mit dem bewussten Rückzug (2015/16) aus einem relativ neuzugangsstarken Konsortium zu begründen ist.

Abschlusskostenquote um 50 Basispunkte gesunken

Eine zweite Entwicklung fällt in der Analyse auf. Im Vergleich zu 2015 (4,3 %) sank die Abschlusskostenquote deutlich auf 3,8 Prozent. „Die Quote spiegelt unser geändertes Courtagemodell wider. Da die Vergütung erst in späteren Jahren zu einem bilanziellen Aufwand wird, wirkt sich das zu Anfang noch erkennbar auf die Quote aus“, meint Bläsing. Damit verlagern sich die Aufwendungen mit in die Folgejahre und werde die Quote tendenziell wieder erhöhen. Dieser Effekt dürfte bei weiteren Anbietern zu beobachten sein, wodurch – wie bei fast allen Bilanzkennzahlen – eine mehrjährige Betrachtung zu empfehlen ist.

 

ZZR-Anpassung notwendig

 

Marktweit wird eine Anpassung der Berechnung zur Zinszusatzreserve gefordert. Zu Recht, findet auch der Volkswohl Bund, denn „bei unverändertem Zinsniveau würde sich der Aufbau der ZZR in den nächsten Jahren noch erheblich beschleunigen.“ Ein zu rascher Aufbau der ZZR führe dazu, dass sie nicht mehr hilfreich für die Abfederung von Zinsrisiken ist, sondern diese im Gegenteil verschärfen wird. „Wir halten eine Anpassung der Berechnungsvorgaben für die ZZR daher für angebracht“, stellt Bläsing klar.

Wichtig wäre es dabei, das Tempo des weiteren Aufbaus zu begrenzen. Darüber hinaus sollte bei einer Neuregelung auch der Fall bedacht werden, dass die Zinsen zukünftig wieder steigen. Denn nach der aktuellen Regelung würde auch dann die Zinszusatzreserve noch für einige Jahre weiter steigen, ohne dass dies erforderlich wäre.

Der procontra LV-Check 2017, die ausführliche Bilanzanalyse der deutschen Lebensversicherer, wird im dritten Quartal veröffentlicht. Für eine unverbindliche und kostenfreie Voranmeldung können Sie sich schon jetzt unter www.lv-check.net vormerken lassen oder auch die aktuelle Version (LV-Check 2016) noch beziehen.

LV-Check Volkswohl Bund

Einmalbeiträge legen weiter zu...
...sind im gesamten Neuzugang nach APE aber nur für 15 Prozent verantworlich
 
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