Dialog: Plus bei BU-Neugeschäft und Abschlusskosten

LV-Check Top News Versicherungen von Martin Thaler

Die Abschlusskosten bei der Dialog stiegen erneut und liegen nun über Marktniveau. Wie der Versicherer diesen Umstand erklärt und wie sich das Geschäft zuletzt entwickelte.

Michael Stille, Vorstandsvorsitzender der Dialog Lebensversicherer, konnte in mehreren Bereichen ein Plus verzeichnen.

Michael Stille, Vorstandsvorsitzender der Dialog Lebensversicherer, konnte in mehreren Bereichen ein Plus verzeichnen. Foto: Dialog

Mit einem Neuzugang nach laufendem Beitrag von 26,4 Millionen Euro musste die Dialog Lebensversicherung ein Minus von knapp 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (31,2 Millionen Euro) hinnehmen. Vor allem im Kerngeschäft der Dialog, den Risikoversicherungen, fiel das Minus mit 17,1 Prozent noch deutlicher aus. Die Dialog erklärte gegenüber procontra den Rückgang mit einer 30-prozentigen Senkung der Bruttobeiträge bei der Tarifgeneration 04/2016.  

Widerspiegeln würden diese Zahlen damit die positive Geschäftsentwicklung des Unternehmens nicht. So stieg die Zahl der Neuverträge insgesamt um 4,1 Prozent von 44.395 auf 46.233, der Versicherungsbestand erhöhte sich auf 461.543 Verträge (2015: 438.215).  

Besonders deutlich konnte die Dialog bei Berufsunfähigkeitsversicherungen zulegen. Die Zahl der Neuverträge legte um 22,9 Prozent von 1.722 auf 2.177 zu, die Versicherungssumme erhöhte sich von 296,3 auf 371,6 Millionen Euro. Verantwortlich hierfür sei auch die Prämienreduzierung, argumentiert der Versicherer. Ein weiterer Faktor sei auch ein verbesserter Service, beispielsweise durch die Berater-App für Makler.   

Auch im Bereich der Risikolebensversicherungen stieg die Zahl der Neuverträge (um 3,4 Prozent auf 43.937).    

Erträge und Kosten  

Das gesunkene Bruttobeitragsniveau dient auch als Erklärung für die gestiegene Abschlusskostenquote. Diese betrug 2016 insgesamt 5,43 Prozent, im Vorjahr waren es noch 4,23 Prozent gewesen. Damit liegt die Dialog über dem zuletzt rückläufigen Marktniveau (2015: 4,84 Prozent; 2016: 4,66 Prozent).

Dies sei allerdings bewusst in Kauf genommen worden, „um die Position unserer Produkte im Markt weiter zu verbessern und den Kunden ein höheres Garantieniveau zu sichern“, teilte die Dialog mit.  

Um die Abschlusskostenquote wieder zu senken, plane man derzeit keine Abstriche bei den Provisionen. Für die Zukunft ausschließen, wollte man diese allerdings nicht. Wenn es mittelfristig zu sinkenden Abschlussprovisionen und zu höheren laufenden Provisionen am Markt komme werde, werde man sich den Marktgegebenheiten anpassen, heißt es von Unternehmensseite.

Als Mittel zur Kosteneinsparung nennt das Unternehmen die Digitalisierung, die weiter vorangetrieben und zur Senkung der inneren Aufwendung genutzt werden soll.  

Obwohl mit Kapitalanlagen in Höhe von 632 Millionen Euro deutlich mehr als im Vorjahr zur Verfügung standen, fiel das Kapitalanlageergebnis mit 20,75 Millionen niedriger aus als im Vorjahr (24,89 Millionen). Grund hierfür sei laut Dialog unter anderem das niedrige Zinsniveau, nicht aber die verstärkte Anlage in Inhaberschuldverschreibungen und andere Festverzinsliche (44 Prozent der Kapitalanlagen; 2015 waren es noch 36 Prozent). Der Durchschnitt am Markt liegt hier bei 10,9 Prozent.      

Finanzstärke  

Die Rückstellungen für die Zinszusatzreserve erhöhten sich auf zehn Millionen Euro. Orientierung bietet diese absolute Höhe allerdings nicht. Hier eignet sich die Relation der ZZR zur Deckungsrückstellung wesentlich besser. Diese stieg von 1,2 auf 2,2 Prozent – im Vergleich zum Markt (2015: 4 Prozent) steht die Dialog allerdings gut da.  

Trotzdem unterstützt der Versicherer den immer stärker aufkommenden Aufruf zur Reformierung der ZZR. „Bei der Berechnung der Zinszusatzversicherung sollten Stornowahrscheinlichkeiten und Biometrie berücksichtigt werden“, teilte der Versicherer mit.  

Bei den Bewertungsreserven konnte die Dialog um neun Millionen auf nun 68 Millionen zulegen. Die Reservekostenquote (%-Spanne zwischen Bewertungsreserven und Kapitalanlagen) lag mit 10,74 Prozent aber weiter deutlich unter dem Niveau des Gesamtmarkts für 2015 (15,5 Prozent), stieg aber im Vergleich zum Vorjahr (9,82). Auch die freie RfB-Quote konnte weiter gesteigert werden (78 Prozent). 

LV-Check Dialog

Die steigende Abschlusskostenquote...
...erklärt die Dialog mit einer 30-pronzentigen Senkung der Bruttobeiträge.
 
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