Warum bAV-Berater Aon eigenen Pensionsfonds startet

Berater Recht & Haftung Top News von Detlef Pohl

Nische auch für bAV-Makler

Im Asset Management will United Pensions zunächst auf hauseigene Expertise zurückgreifen. Aon beschäftigt nach eigener Aussage weltweit 600 Investmentprofis, darunter 140 Spezialisten für spezifische Anlageklassen. Auf der Anlageseite werden sowohl aktive als auch passive Strategien abgedeckt. Der Pensionsfonds ist dabei nicht selbst Asset Manager, er will keine eigenen Fonds platzieren, sondern sucht externe Manager.

Für mittelständische und große bAV-Kunden von Maklern kann das Angebot eine Überlegung wert sein, wenn eines dieser Ziele verfolgt werden soll:

  • Ausfinanzierung bestehender Pensionsverpflichtungen in steuerlich effizienter Weise,
  • Reduzierung oder vollständige Vermeidung des Bilanzausweises für Pensionsverpflichtungen,
  • Kostensenkung für die gesetzliche Insolvenzsicherung,
  • Verlagerung der Verpflichtungen inklusive aller anfallenden Administrationsaufgaben.

„Wir nehmen seit einigen Jahren steigendes Interesse der Firmen an Pensionsfondslösungen wahr, die Kosten sparen, Administrationstätigkeiten auslagern, Bilanzen um die Pensionsrückstellungen bereinigen oder eine professionelle Kapitalanlage sicherstellen wollen“, sagt Aufsichtsratschef Fred Marchlewski. Das Marktpotential sei sehr attraktiv, denn Pensionsfonds in Deutschland verwalteten bereits 36 Milliarden Euro an, ergänzt Vorstandschef Rafael Krönung.

Pensionsfonds mit jährlichem Auftrieb

Damit machten Pensionsfonds knapp sechs Prozent der Deckungsmittel in der bAV aus, Tendenz leicht steigend. Die jährlichen Beiträge deutscher Pensionsfonds beliefen sich auf 2 bis 2,5 Milliarden Euro, davon allein 257 Millionen Euro beim Deutschen Pensionsfonds sowie rund 82 Millionen Euro beim Chemie-Pensionsfonds (Stand 2017).

Zielgruppen sieht Aon für sich vor allem in großen Unternehmen, die ein steuerlich effizientes Handling suchen. Interessant seien dabei speziell Töchter internationaler Firmen in Deutschland, zu denen Aon durch seine internationale Präsenz vermutlich guten Zugang hat. Zudem Firmen, die die komplexe Administration nicht mehr stemmen können oder wollen sowie besonders auch Firmen in einer Übernahmesituation, bei denen Pensionsverpflichtungen auf andere Unternehmen übertragen oder aus größeren Unternehmen herausgelöst werden müssen.

„Wir sind kein Produktverkäufer, sondern suchen nach Lösungen für Pensionsverpflichtungen“, erklärt Krönung. Dadurch könnten sich für die Kunden erhebliche Vorteile sowohl auf steuerlicher Seite als auch beim Insolvenzschutz ergeben. Vorteile sieht Aon auch in der Kombination der Pensionsfondslösung mit Treuhandmodellen, weil sich damit die Verpflichtungen flexibel ausfinanzieren ließen. Mit schnellen Abschlüssen rechne man nicht, da bei potenziellen Kunden jeweils ein längerer Entscheidungsprozess vorausgeht.

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