Riester: Weniger Rendite als unterm Kopfkissen?

Berater Meistgeklickt von Florian Burghardt

Der Bund der Versicherten hat eine Kurzstudie durchgeführt, die den Renditen von Riester-Versicherungen ein niederschmetterndes Zeugnis ausstellt. Der GDV hat bereits auf die Vorwürfe reagiert.

Beim BdV ist man davon überzeugt, dass man mit einem Kopfkissen eine bessere Rendite erzielt als mit einer Riester-Versicherung.

Beim BdV ist man davon überzeugt, dass man mit einem Kopfkissen eine bessere Rendite erzielt als mit einer Riester-Versicherung. Bild: Pixabay

Die Riester-Rente hat schon bessere Zeiten gesehen. Im Jahr 2017 wuchs der Gesamtbestand an Riester-Verträgen um den bisher niedrigsten Wert. Für das Jahr 2018 (vollständige Zahlen liegen noch nicht vor) zeichnet sich sogar der erste Vertragsrückgang insgesamt ab. Das liegt vor allem am immer geringeren Interesse der Menschen an der Riester-Vertragsform Versicherung.

Zum neusten Nackenschlag gegen die staatlich geförderte Altersvorsorge hat heute der Bund der Versicherten (BdV) ausgeholt. Der Vorwurf: Wer seine Eigenbeiträge für Riester einfach unter ein Kopfkissen legen würde, würde damit eine bessere Rendite erzielen als die deutschen Lebensversicherer.

Um dieser subjektiv anmutenden These objektiven Halt zu geben, hat der BdV eine Kurzstudie durchgeführt. Diese basiert auf den garantierten Leistungen von aktuell angebotenen versicherungsförmigen Riester-Renten, deren Werte die Zeitschrift Finanztest in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht hat. Dabei wurde neben der „erzielten Rendite“ auch die „gefühlte Rendite“ ermittelt, bei der der vermeintliche wirtschaftliche Erfolg auf die Eigenbeiträge ausdrücklich den Subventionseffekt als Rendite-Erfolg beinhaltet.

Nichtstun besser als Riestern?

Ergebnis: Unabhängig von Anspardauer, Geschlecht und Variante würden laut dem BdV die „erzielten“ Renditen der am Markt erhältlichen Riester-Produkte allesamt negativ ausfallen. Beispielsweise würde eine Frau nach einer Anspardauer von 12 Jahren eine Rendite von -0,9 Prozent erzielen. Nach 20 Jahren Anspardauer wären es -0,8 Prozent und nach 40 Jahren -0,3 Prozent. Bei Männern sähe es in den gleichen Ansparzeiträumen sogar noch schlechter aus (-2,5 Prozent, -2,0 Prozent und -0,9 Prozent). „Die Negativrenditen zeigen, dass das Vorsorge-Geld am Schluss in anderen Kassen landet als in der Riester-Rente“, resümiert BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

Würde man seine Eigenbeiträge stattdessen einfach unter dem Kopfkissen sparen, so müssten die Inhaber von Riester-Policen älter werden als die durchschnittliche Lebenserwartung, um die Performance des mit Federn gefüllten Textils zu schlagen. Denn bei Herausnahme eines monatlichen Betrags aus dem Kissen in Höhe der vertraglich garantierten Riester-Rente würde dieses Polster bei Männern immer und bei Frauen in fast allen Fällen bis zum Lebensende ausreichen (eine durchschnittliche Lebenserwartung unterstellt). Die Kurzstudie des BdV kann hier eingesehen werden.

Der GDV hat bereits auf die Berechnungen der Verbraucherschützer reagiert. Seine Gegenargumente lesen Sie auf Seite 2 dieses Artikels.

Seite 1: BdV kritisiert schwache Riester-Renditen
Seite 2: GDV nimmt Stellung

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