Grundrente von Heil: Konzept deutlich besser, aber...

Berater von Michael Fiedler

Die Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zur Einführung einer „Respekt-Rente“ stoßen auf geteilte Reaktionen. Der Bundesverband der Rentenberater e.V. zählt zu den Befürwortern. Auf welche Argumente sich der Verein dabei stützt und warum trotzdem ein „Aber“ bleibt.

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Kommt beim Verband der Rentenberater mit seiner Idee der Grundrente gut an: Arbeitsminister Hubertus Heil photocosmos1 / Shutterstock.com

Die Renten von Geringverdienern sollen ab dem 01. Januar 2021 aufgewertet werden (procontra berichtete). Den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil entsprechend, sollen alle Renten pauschal aufgewertet werden, wenn nach 35 Beitragsjahren weniger als 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes erzielt hat (im Jahresschnitt). Wer also immer nur Mindestlohn verdient hat, würde eine Rente von ca. 900 Euro beziehen.

Anke Voss, die Präsidentin des Bundesverbandes der Rentenberater e.V., begrüßte das neue Konzept. „Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, müssen im Alter mehr bekommen als die Grundsicherung“, so Voss. Gut sei, dass die Grundrente nicht nur für Neu-, sondern auch für Bestandsrentner gelten soll.
Aus Sicht der Rentenexpertin bestechen die neuen Vorschläge besonders durch die unbürokratische Umsetzung. Die Gesamtentgeltpunkte werden durch mindestens 35 Versicherungsjahre geteilt - wer auf weniger als 0,8 Punkte kommt, wird höher bewertet. Auf diese Weise werden nicht nur Versicherte mit Mindestlohn erfasst, sondern auch Geringverdiener, die etwas mehr als Mindestlohn verdienen. Da eine zusätzliche Bedürftigkeitsprüfung entfallen soll, bleibt der bürokratische Aufwand gering.

Welche Zeiten werden angerechnet?

Voss lobte das neue Konzept, das ihrer Auffassung nach deutlich besser wäre, als die ursprünglichen Pläne. Allerdings bliebe aus Sicht des Bundesverbandes der Rentenberater abzuwarten, wie die Idee konkret ausgestaltet wird. Offen sei noch, ob Kindererziehungszeiten oder Pflegetätigkeit zu den 35 Beitragsjahren angerechnet werden. „Und inwieweit das Konzept Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiographien hilft, die vielleicht nicht ganz auf 35 Jahre kommen, muss sich auch noch zeigen“, gab Voss zu Bedenken. Betroffen sind davon vor allem Menschen in Ostdeutschland, denen die neue Grundrente vielleicht nichts bringt.

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