gonetto steuert in ungewisse Zukunft

Berater Recht & Haftung von Florian Burghardt

Die BaFin sieht in gonettos Geschäftsmodell einen Verstoß gegen das Provisionsabgabeverbot. Nun gab es den nächsten Rückschlag für das Maklerunternehmen. Den Kampf gibt es jedoch noch nicht verloren.

Wohin steuert gonetto? Die Zukunft des Maklerunternehmens und seiner Kunden bleibt vorerst ungewiss.

Wohin steuert gonetto? Die Zukunft des Maklerunternehmens und seiner Kunden bleibt vorerst ungewiss. Bild: Pixabay

Die gonetto GmbH liegt schon seit Längerem im Clinch mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Nun gibt es Neuigkeiten in der Auseinandersetzung, allerdings keine guten aus Sicht des Bensheimer Maklerunternehmens. Denn wie zuvor das Frankfurter Verwaltungsgericht hat nun auch der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) den Eilantrag von gonetto gegen die Aufsicht zurückgewiesen.

Diese Zurückweisung habe allerdings nichts mit dem Inhalt der Sache zu tun, sondern vielmehr würde der VGH die Eilbedürftigkeit des Verfahrens als nicht gegeben ansehen, erklärte gonetto-Geschäftsführer Dieter Lendle gegenüber procontra. Deshalb müsse man nun den juristischen Weg eines Hauptverfahrens bestreiten, der wahrscheinlich viele weitere Monate Zeit in Anspruch nehmen wird. Um diese Entscheidungsfindung auch im Sinne seiner Kunden abzukürzen, hätte gonetto den gerichtlichen Vorschlag einer Mediation begrüßt, so Lendle. Laut dem gonetto-Chef hätte die BaFin diese aber ausgeschlagen.

BaFin handelt, Insolvenz droht

Diese Haltung der Aufsicht dürfte wenig überraschen. Schließlich sieht die BaFin im Geschäftsmodell von gonetto von Anfang an einen Verstoß gegen das Provisionsabgabeverbot, den sie verhindern möchte. Das Unternehmen vermittelt Nettotarife oder zahlt erhaltene Provisionen an seine Kunden aus und finanziert sich durch eine Gebühr von einem Euro pro Monat und Police. Im vergangenen Jahr hatte die BaFin den Versicherungsunternehmen, die weiter mit gonetto zusammenarbeiten, Sanktionen in Aussicht gestellt. Wie Lendle im procontra-Interview offenbarte, hatten sich daraufhin fast alle Anbieter von dem Makler abgewandt, weshalb diesem nun die Insolvenz drohe.

Bei gonetto ist man allerdings weiterhin davon überzeugt, dass das eigene Geschäftsmodell unter die Ausnahmeregelung des Provisionsabgabeverbots fällt. Dafür möchte man auch weiter vor Gericht kämpfen. Nicht zuletzt, weil man das Eingreifen der BaFin für unberechtigt hält, da diese die Aufsicht für Versicherer, aber nicht für Vermittler sei. Bis zu einer VGH-Entscheidung dürfte nun aber noch einige Zeit ins Land gehen.

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