Beteiligungsbranche am Boden!?

Sachwerte Top News von Alexandra Jegers

Anleger-Sicherheit ist gestiegen

Die Skepsis gegenüber geschlossenen Fonds ist heute nur teilweise gerechtfertigt. Die Produkte sind längst nicht mehr die unregulierten Geldvernichter, als die sie lange verschrien waren. Seit der Prokon-Pleite hat sich in Sachen Anlegerschutz viel getan. So hat die Bundesregierung im Juli 2013 mit dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) neue Richtlinien zum Schutz von Kleinanlegern auf den Weg gebracht.
Seither benötigen die Initiatoren geschlossener Fonds eine Genehmigung der Finanzaufsicht Bafin, wenn sie weiterhin auf dem Markt tätig sein wollen. Außerdem müssen sie eine Bank oder einen Treuhänder als Verwahrstelle benennen. Diese verwaltet das Kapital der Anleger gesondert und schützt es so beispielsweise im Fall einer Insolvenz des Anbieters vor dem Zugriff der Gläubiger. Darüber hinaus benötigen alle neuen geschlossenen Fonds, die inzwischen offiziell „Alternative Investmentfonds“ (AIF) heißen, nun ebenfalls eine Genehmigung von der Bafin.

„Damit sind AIFs heute ähnlich gestaltet wie herkömmliche offene Fonds“, sagt Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender des Maklerpools Jung, DMS & Cie. Er gehört zu den wenigen Finanzberatern in Deutschland, die geschlossene Fonds nicht pauschal verteufeln. „Geschlossene Fonds haben durchausVorteile. So investieren sie zum Beispiel in Sachwerte und schützen so vor inflationsbedingtem Kaufkraftverlust. Zudem setzen sie oft auf Geschäftsmodelle, die eine geringe Korrelation mit anderen Märkten aufweisen“, erklärt Grabmaier. Für sehr vermögende, langfristig orientierte Anleger könne eine Anlage daher im Einzelfall attraktiv sein, auch wenn immer Restrisiken bleiben.

Das Inkrafttreten des KAGB im Juli 2013 hat das Geschäft mit geschlossenen Fonds transparenter gemacht und den Markt bereinigt. „Einige Anbieter haben sich aufgrund des hohen Regulierungsaufwandes aus dem Neugeschäft mit privaten Anlegern zurückgezogen, andere Emissionshäuser wiederum bauten ihr Geschäft mit institutionellen Investoren aus oder konzentrierten sich gänzlich darauf“, erklärt Stephanie Lebert, Analystin bei Scope. Entsprechend wenig Leben zeigte sich im Jahr 2014 in der Branche. Paradoxerweise führte ausgerechnet die Marktbereinigung mit dazu, dass Beobachter das Geschäft mit geschlossenen Fonds vorschnell für tot erklärten.

Immobilienfonds florieren

Nun scheint die Wende geschafft. Die ersten großen Anbieter haben sich mit neuen, vollregulierten Produkten auf den Markt gewagt. Auch die Mittelzuflüsse haben erstmals seit Langem wieder angezogen. Das zeigt sich, wenn man die Zahlen von 2018 (1,1 Mrd. Euro) nicht mit jenen vor der Krise der Beteiligungsmodelle vergleicht, sondern mit jenen von vor drei Jahren. Damals konnten geschlossene Fonds lediglich 703 Mio. Euro einsammeln. „Wir gehen davon aus, dass das prospektierte Eigenkapitalvolumen auch im Jahr 2019 über einer Milliarde Euro liegen wird“, sagt Scope-Analystin Lebert. Einige große Anbieter hätten bereits den Start neuer Produkte angekündigt, darunter der größte US-Immobilienfonds-Anbieter Jamestown.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag mit Tabellen und procontra-Kasten in der kommenden Printausgabe der procontra.

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