Altersvorsorge: Ein Konto fürs Vermögen

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Vorteile des FDP-Kontos

Der Charme des Kontos liegt in seiner Schlichtheit: Jeder Bürger soll das Recht bekommen, bis zu 24.000 Euro jährlich und steuerfrei in das Konto einzuzahlen. Wie das Geld investiert wird, ob in ein kapitalmarktorientiertes Produkt wie einen Fonds oder mit einer Versicherung, entscheidet der Bürger. Das Konto behält er für sein ganzes Berufsleben, und ab 60 kann er die Ersparnisse – die dann besteuert werden – beziehen. Hier geht es darum, neben Versicherungen leistungsfähigere – aber auch vergleichsweise risikoreichere – Instrumente wie Fonds steuerlich zu fördern. Gerade in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen, die die Leistung von Versicherungen drücken, sei dies notwendig, so FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler gegenüber procontra. Die betriebliche Altersversorgung (bAV) wird in dem FDP-Konzept nicht direkt behandelt. Aber: Auch Betriebssparer würden profitieren, da sie sich nicht mehr über eine nicht mitnahmefähige bAV ärgern müssten. Das private Vermögenskonto würden sie behalten, egal wie oft sie den Job wechseln.

Die Idee eines einfachen Altersvorsorgekontos ist nicht neu. Solche Konten gibt es seit einigen Jahrzehnten in den USA und seit 1999 in Großbritannien. Seitdem erfreuen sie sich großer Beliebtheit unter den Sparen dort. Im Jahr 2003, als die Nachfrage nach der Riester-Rente zunächst floppte, hatten sowohl der Fondsverband BVI als auch die Grünen selbst ein solches Konto gefordert. Doch daraus wurde nichts, weil die SPD – entweder als Koalitionspartner der Grünen bis 2005 oder als Partner der Union in den Jahren danach – die Reformen ihres Ex-Arbeitsministers Walter Riester wirken lassen wollten. Die Grünen denken heute nicht mehr so marktwirtschaftlich wie früher und wollen, dass der Arbeitgeber und nicht ein Finanzdienstleister ein Vorsorgekonto anbietet. Eine staatliche Instanz soll auch die Verwaltung des Kontos übernehmen; nur so gewährt man laut den Grünen niedrige Kosten und volle Transparenz.

Es wird jedoch kein Altersvorsorgekonto nach der Vorstellung der FDP oder Grünen geben, so lange sie selbst nicht an der Macht sind. Ihre letzte Chance dazu hatten sie nach der Bundestagswahl im Herbst 2017. Doch Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), ist skeptisch, ob jemals solch ein Konto eingeführt wird und begründet dies mit dem staatlichen Verständnis von Altersvorsorge. Darunter fielen eigentlich nur Versicherungen, weil sie das Langlebigkeitsrisiko absichern. „Alle anderen Sparanstrengungen dienen der Vermögensbildung und die ist Privatsache und steuerlich nicht zu fördern. Dazu mag man stehen wie man will, aber diese Auffassung herrscht bei der politischen Gestaltung von Altersvorsorgesystemen vor“, sagt Morgenstern.

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