Was Arbeitnehmer an der bAV reizt

Berater Top News Meistgeklickt von Detlef Pohl

Makler beraten im Zweifel den Arbeitgeber zur Betriebsrente, sollten aber auch die Bedürfnisse der Arbeitnehmer kennen. Steuern sparen ist vielen wichtig. Was eine Studie noch zu Fakten und Motivationen ergab und wo Makler ansetzen sollten.

24 Prozent der Arbeitnehmer wandeln gern Entgelt in bAV um, wenn der Arbeitgeber etwas dazugibt. Vor allem Gutverdiener kennen die genaue Höhe ihrer Ansprüche.

24 Prozent der Arbeitnehmer wandeln gern Entgelt in bAV um, wenn der Arbeitgeber etwas dazugibt. Vor allem Gutverdiener kennen die genaue Höhe ihrer Ansprüche. Bild: Aon

Das Geschäft mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) bleibt ein wichtiges Standbein für Vermittler. 27,4 Prozent ihres aktuellen Geschäftsumsatzes entfallen auf die bAV, geben freie Vermittler an. In fünf Jahren erwarten sie eine leichte Steigerung auf 27,9 Prozent. Damit ist die bAV derzeit der größte Umsatzbringer (procontra berichtete).

Die vermittelte Gesamt-Beitragssumme der befragten Vermittlerbetriebe im bAV-Geschäft betrug 2018 im Schnitt 1,6 Millionen Euro. Größte Herausforderung im bAV-Geschäft sei die konsequente Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit der bAV für Arbeitgeber, sagen zwei von drei Vermittlern (procontra berichtete). Weniger bekannt ist die Lage bei den betroffenen Arbeitnehmern.

Arbeitnehmer der Großindustrie zahlen oft auch selbst ein

Über die Hälfte der Arbeitnehmer (56 Prozent) leistet Eigenbeiträge für ihre Betriebsrente (Männer: 65 Prozent, Frauen 46 Prozent), ergab kürzlich eine Studie des Risikoberaters Aon. Befragt wurden 1.000 Arbeitnehmer aus Unternehmen mit über 10.000 Beschäftigten. Erfahrungsgemäß sind die besser als ihre Kollegen in KMU informiert, da die Arbeitgeber traditionell eine komplett oder teilweise firmenfinanzierte bAV bieten.

Als Hauptmotive für die Entgeltumwandlung gelten: weil der Arbeitgeber etwas dazugibt (24 Prozent), weil sich damit die finanzielle Sicherheit im Alter verbessern lässt (22 Prozent) und weil man Steuervorteile nutzen möchte (10 Prozent). Hier könnte der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss für neue Entgeltumwandlungs-Vereinbarungen seit 2019 die 24-Prozent-Angabe nach oben treiben (procontra berichtete).

Umgekehrt gilt: 44 Prozent der Arbeitnehmer in der Großindustrie zahlen nichts vom eigenen Entgelt in die bAV ein. Der wichtigste Grund: Das Einkommen reicht nicht aus, sagen laut Studie fast 19 Prozent der Befragten (procontra berichtete). Besonders häufig wird das Argument von Geringverdienern, Teilzeitbeschäftigten sowie in den Branchen Handel und Logistik genannt. Frauen nennen diesen Grund doppelt so oft wie Männer.

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