Warum die Deutschen Hilfe beim Sparen brauchen

Berater Top News von Detlef Pohl

Die Deutschen sparen falsch. Und die Politik treibt die Masse ins finanzielle Unglück. Gegensteuern lässt sich nur mit mehr Finanzwissen, anderen Produkten und guter Beratung, kommentiert Detlef Pohl und bricht eine Lanze für freie Berater.

Die Erfahrung seit der Finanzkrise lehrt: Höhere Renditen gibt es nur für höheres Risiko – genau dafür braucht es freie Berater, meint procontra-Autor Detlef Pohl.

Die Erfahrung seit der Finanzkrise lehrt: Höhere Renditen gibt es nur für höheres Risiko – genau dafür braucht es freie Berater, meint procontra-Autor Detlef Pohl. Bild: Pohl

Anleger und Versicherte haben seit der Finanzkrise 2007 wenig Grund zur Freude. Vor allem die anhaltend niedrigen Zinsen, künstlich verursacht durch die EZB, haben dramatische Folgen. Nach Berechnung der DZ Bank, die letzte Woche bekannt wurde, haben die privaten Haushalte seit 2010 knapp 300 Milliarden Euro gegenüber dem früheren „Normalzinsniveau“ eingebüßt (procontra berichtete).

Auf der anderen Seite haben die Ersparnisse der Deutschen 2018 einen Rekordwert erreicht. Das Geldvermögen der Privathaushalte stieg auf 6.053 Milliarden Euro, berichtete die Bundesbank vergangene Woche für das dritte Quartal 2018 (procontra berichtete). Für das ganze Jahr bezifferte die DZ Bank den Gesamtstand jetzt sogar auf 6.200 Milliarden Euro. Doch bei näherer Betrachtung kommt keine rechte Freude auf. Denn belohnt werden die Sparbemühungen der Deutschen nicht.

Falsche Produkte schmälern die Kaufkraft

Das liegt nicht am mangelnden Sparwillen, sondern vor allem an der Wahl der falschen Produkte. Diese Erkenntnis ist nicht neu, zeigt aber das Beharrungsvermögen der meisten Vorsorgesparer auf höchstmögliche Sicherheit. Favorisiert werden weiterhin Bargeld und Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten. Da wundert es nicht, wenn nach Abzug von 1,9 Prozent Inflationsrate Verluste zu Buche stehen. Somit stagniert das Vermögen trotz steigender Sparbemühungen. Da hilft letztlich nur professionelle Beratung, die hoffentlich auch zu weniger Risikoscheu führt.

Allerdings haben ausgerechnet zum Jahresende die Aktienkurse an den Börsen deutlich nachgegeben. Zuvor gab es fette Jahre mit deutlichen Kursgewinnen – auch das eine Folge der EZB-Niedrigzinspolitik. Dies führte laut DZ Bank-Bericht von vergangener Woche 2018 zu 110 Milliarden Euro Bewertungsverlusten beim privaten Geldvermögen. Und führte zu einer starken Verlangsamung des Vermögensaufbaus gegenüber 2017. Die Kursverluste dürften weitere Wasser auf die Mühlen der Sicherheitsfanatiker sein, deren Sichtweise aber auf lange Sicht nichts bringt.

Seite 1: EZB-Geldpolitik hat dramatische Folgen
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