Urteil: Ist ein Makler zum Jahresgespräch verpflichtet?

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Beispiel: Ergeben sich in der Sphäre des Versicherungsnehmers Veränderungen (etwa Neuanschaffungen), so muss der Versicherungsmakler nur tätig werden, wenn ihn der Versicherungsnehmer über solche Veränderungen informiert. Ergeben sich in der Sphäre des Versicherungsmaklers Veränderungen (etwa Änderung der Rechtslage), muss der Versicherungsmakler von sich aus tätig werden, denn der Kunde als Laie erkennt in diesem Fall seinen Beratungsbedarf wohl kaum.

Versicherungsmakler hat keine Pflicht zu Jahresgespräch

Den Versicherungsmakler trifft nach diesem Urteil also keine Pflicht zur ständigen Überprüfung, ob die bestehenden Versicherungen den Verhältnissen und Bedürfnissen des Kunden entsprechen. Er muss auch nicht mindestens jährlich prüfen, ob der Versicherungsschutz noch passt.

Zwar sei es nach einem gewissen zeitlichen Ablauf wahrscheinlich, dass sich die Umstände und der Absicherungsbedarf geändert haben. „Ein Jahresgespräch oder eine noch häufigere Überprüfung ist jedoch nicht verpflichtend“, leitet Reichow aus dem Urteil ab. Eine Betreuungspflicht besteht nur bei konkretem Anlass.

Anpassungsbedarf je nach Police unterschiedlich

Das OLG Hamburg betont dabei insbesondere, dass der Kunde den Makler über einen in seiner Risikosphäre begründeten Anpassungsbedarf informieren muss. Allerdings kann dies im Einzelfall auch anders sein, etwa bei Fondspolicen (procontra berichtete). Die Kanzlei Jöhnke & Reichow wird zu Fragen der „Vermittlerhaftung“ auf ihrem Vermittler-Kongress am 21. Februar 2019 informieren (Agenda: hier).

Seite 1: Dauerbetreuungspflicht während der Vertragslaufzeit
Seite 2: Beispiel und die Frage nach der Pflicht

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