Stürme verhagelten die Schadenbilanz 2018

Versicherungen von Detlef Pohl

Vor einem Jahr hinterließ der Sturm „Friederike“ mit 900 Millionen Euro Sachschäden eine Schneise der Verwüstung. Nur die Stürme „Lothar“ (1999), „Jeanett“ (2002) und „Kyrill“ (2007) waren seit 1997 noch stärker. Nun droht im Süden Schneedruck.

Sturm Hagel Wind Statistik Schadenbilanz

2018 gehörte zu den vier schwersten Sturmjahren der letzten 20 Jahre, zeigt die GDV-Statistik zum Schadenaufwand in der Sachversicherung für Sturm/Hagel und weitere Naturgefahren (Elementar). shutterstock.com / Rainer Fuhrmann

Der Januar zeigt meist die Kraft der Naturgewalten. Vor allem im Süden Deutschlands fällt seit Tagen kräftig Schnee. Vielerorts wächst die Sorge vor Lawinen und Schäden durch Schneedruck. Schadenzahlen gibt es noch nicht, ist vom GDV zu hören. "Doch Entschädigung ist in diesen Fällen nur mit einer Elementarversicherung möglich“, sagt Steffen Bolzmann von der Gothaer Versicherung. „Wohngebäude- und Hausratversicherung schützen Gebäude und Inventar zwar vor Schäden durch Feuer oder Sturm, Naturgefahren wie Schneedruck oder Lawinen sind aber nicht gedeckt.“

Stürme, Hagel und Starkregen haben 2018 in Deutschland versicherte Schäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben in Höhe von 2,7 Milliarden Euro verursacht. Die Naturgefahrenbilanz 2018 liegt damit leicht über dem 15-Jahresdurchschnitt, der 2,6 Milliarden Euro beträgt.

Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zum Jahresende 2018 veröffentlicht hat. Rund 2,2 Milliarden Euro entfielen allein auf Sturm- und Hagelschäden (15-Jahres-Schnitt: 2 Milliarden Euro). „2018 gehört zu den vier schwersten Sturmjahren der letzten 20 Jahre“, sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler bei der Vorstellung der Naturgefahrenbilanz.

Etwas weniger Starkregen, aber örtlich katastrophal

Leicht unterdurchschnittlich fällt mit einer halben Milliarde Euro die Schadenbilanz der weiteren Naturgefahren aus, zu denen etwa Starkregen gehört (15-Jahres-Schnitt: 0,6 Milliarden Euro). „Obwohl der Sommer ungewöhnlich trocken und lang war, gab es lokal sehr heftige Niederschläge mit hohen Schäden“, so Weiler – etwa im Saarland oder Wuppertal.

„Schwere Stürme, große Hitze, starke lokale Überschwemmungen – 2018 ist Sinnbild für Extremwetter auch in Deutschland“, sagt Weiler. Längst nicht alle Schäden waren versichert. 93 Prozent der Hausbesitzer haben ihr Eigentum gegen Sturm- und Hagel abgesichert. Einen Rundum-Schutz auch gegen Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser haben lediglich 41 Prozent versichert. Eigentümer und Mieter sollten ihre bestehenden Versicherungen auf die Erweiterung für alle Naturgefahren prüfen, rät der GDV.

Naturgewalten bei Kfz gesondert betrachtet und versichert 

In der Sturm- und Hagelbilanz sind Schäden an Kraftfahrzeugen nicht enthalten. Die Folgen dieser Naturunbilden sowie von überschwemmten Autos sind über die Voll- und Teilkaskoversicherung abgedeckt.

Die Kfz-Versicherer schulterten Schäden an Fahrzeugen in Höhe von 860 Millionen Euro. Davon gehen 850 Millionen Euro auf 405.000 Versicherungsfälle durch Sturm und Hagel zurück. Zehn Millionen Euro zahlten die Versicherer für 3.000 Kfz-Überschwemmungsschäden.

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