Milliardenklage gegen HSH Nordbank

Investmentfonds von Florian Burghardt

Die ehemalige Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein soll zum Vorteil ihrer neuen Eigentümer die Bewertung von Anleihen beeinflusst haben. Medienberichten zufolge hat nun eine Gruppe von Gläubigern Klage eingereicht.

Medienberichten zufolge fordern die Gläubiger bis zu 1,4 Milliarden Euro von der ehemaligen Landesbank.

Medienberichten zufolge fordern die Gläubiger bis zu 1,4 Milliarden Euro von der ehemaligen Landesbank. Abbildung: HSH Nordbank

Ein Zusammenschluss von internationalen Gläubigern verlangt rund eine Milliarde Euro von der HSH Nordbank. Eine entsprechende Klage sei bereits beim Kieler Landgericht eingereicht worden. Einschließlich indirekter Anleihen würde sich die Forderung sogar auf 1,4 Milliarden Euro erhöhen. Das berichten zahlreiche Medien unter Berufung auf eine Mitteilung der Gläubiger. Bei ihnen handelt es sich um 18 Investoren aus Deutschland, anderen europäischen Staaten und den USA.

Ihr Vorwurf lautet, dass sich die neuen HSH-Eigentümer – darunter die großen internationalen Finanzinvestoren Cerberus Capital Management und J.C. Flowers – auf ihre Kosten bereichern würden. Hintergrund ist der Verkauf der ehemaligen Landesbank auf Anweisung der EU-Kommission, nachdem das Geldhaus zwei Mal mit einem Milliardenaufwand der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet werden musste. Der Verkauf erlangte im November 2018 Wirksamkeit.  

Ein lang gehegter Plan?

Im Anschluss an den Verkauf hätte die HSH mitgeteilt, ihre Hybridinstrumente (Mischform aus Eigen- und Fremdkapital, bei der die Anleihengläubiger oft für Verluste mithaften) zu kündigen. Im Jahr 2020 dürften die Buchwerte der Papiere, dem Geldinstitut zufolge, nur noch etwa 15 Prozent des Nominalwerts entsprechen.

Die Kläger befürchten nun, dass die HSH bei einem Rückkauf der Anleihen in rund zwei Jahren zu 15 Prozent des Nennwerts einen Profit von rund 1,6 Milliarden Euro auf Kosten der Anleihegläubiger machen könnte. Dieser würde dann ausschließlich den neuen Eigentümern zugutekommen, wodurch sie die Bank faktisch für umsonst erworben hätten, so der Vorwurf der Kläger. Sie wähnen darin einen lange gehegten Plan und fordern eine Hochschreibung der Papiere auf deren Nennwert sowie Schadenersatz für entgangenen Zinszahlungen.

Das Magazin Stern bezieht sich in seiner Online-Ausgabe auf eine Erklärung der HSH Nordbank. Demnach sei die Klage der Bank noch nicht zugestellt worden, die Vorwürfe halte man zudem für substanzlos. Von Seiten der Gläubiger heißt es, dass man trotz der Klage dazu bereit sei, eine einvernehmliche Lösung mit der HSH zu finden.

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