Immobilienfonds: „Renditeversprechende Investments sind die Kunst“

Investmentfonds Investment-Talk Top News von Nina Bärschneider

Offene Immobilienfonds waren im vergangenen Jahr attraktiv – und dürften es 2019 bleiben. Wo sich das Investieren lohnt und warum die USA weniger attraktiv sind, erklärt Hans-Joachim Kleinert, geschäftsführender Gesellschafter der KanAm Grund Group.

Hans-Joachim Kleinert, geschäftsführender Gesellschafter der KanAm Grund Group_Foto: KanAm Grund Group

procontra: Herr Kleinert, 2018 war ein gutes Jahr für offene Immobilienfonds. Erst recht im Vergleich zu Aktien- und Rentenfonds. Wie optimistisch sind Sie für 2019?

Hans-Joachim Kleinert: Für private und institutionelle Anleger bleiben Immobilienfonds auch in diesem Jahr eine attraktive, stabile und renditesichere Investition. Im vergangenen Jahr konnten wir bei unseren Fonds rund drei Prozent oder mehr Rendite erzielen – solche Erträge ohne erhöhtes Risiko bietet kaum eine andere Anlageklasse. Für das Jahr 2019 setzen wir uns ähnliche Ziele.

procontra: Ist es wegen des Booms am Immobilienmarkt schwieriger geworden, lohnende Investitionsobjekte zu identifizieren?

Kleinert: Das ist derzeit die eigentliche Kunst: Renditeversprechende Investitionsmöglichkeiten zu finden. Wir investieren mittlerweile nicht nur in klassische Büroimmobilien, Einzelhandel und Hotels, sondern mit einem speziellen Fonds auch in Projektentwicklungen mit Schwerpunkt Deutschland, zum Beispiel Mikroapartments im Großraum Stuttgart. Insgesamt konzentrieren wir uns beim Einkauf auf zukunftsfähige internationale oder nationale Metropolen in Deutschland und Europa.

procontra: Könnte eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank zum Problem für offene Immobilienfonds werden?

Kleinert: Es ist völlig unklar, wann der erste Zinsschritt kommt und wie hoch er ausfällt. Zudem wird allzu schnell vergessen, dass Immobilienfonds bei steigenden Zinsen vergleichsweise vorteilhafte Investments sind: Die Mieten sind an die Inflation gebunden, es geht um real existierende Gebäude statt Gewinnfantasien. Natürlich sind auch Immobilieninvestitionen von der Gesamtkonjunktur abhängig. Aber das oft geschmähte „Betongold“ trotzt Stürmen besser als spekulative Papiere. Für die unmittelbare Zukunft mache ich mir deshalb keine Sorgen.

„3 Prozent ohne erhöhtes Risiko bietet kaum eine andere Anlageklasse.“

procontra: Offene Publikumsfonds haben ihren Anteil an US-Immobilien deutlich erhöht. Könnte Donald Trump diese Entwicklung zunichtemachen?

Kleinert: Trump ist nicht die USA. Aber die amerikanischen Wirtschaftsdaten, vor allem die steigenden Zinsen, die Dollar-Euro-Schwankungen und die nachlassenden Wirkungen der Steuerreform lassen uns die USA als mittel- bis langfristiges Investitionsziel nicht so attraktiv erscheinen. Wir waren wegen dieser sich abzeichnenden Trendwende schon in den vergangenen Jahren nicht sonderlich aktiv in den USA.

procontra: Ein klassischer Fondsmanager-Liebling ist der Londoner Immobilienmarkt. Wie könnte der sich nach dem Brexit entwickeln?

Kleinert: London ist und bleibt eine der Welthauptstädte im Finanzbereich. Auch wir haben in den vergangenen Jahren die Chance genutzt und unter anderem im innersten Herzen des Finanzviertels kleinere, aber sehr feine Objekte erworben. Gegen Währungsturbulenzen sind diese Investments abgesichert.

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