HSH-Skandal: Ex-Vorstände erneut vor Gericht

Sachwerte von Florian Burghardt

Kaum eine Woche ohne Meldungen über juristische Streitigkeiten rund um die HSH Nordbank. Nun soll das Verfahren gegen den ehemaligen Vorstand neu aufgerollt werden. Als Vorwürfe stehen Untreue und Bilanzfälschung im Raum.

HSH Nordbank: Das Verfahren gegen 6 Ex-Vorstände der ehemaligen Landesbank soll im August neu aufgerollt werden.

HSH Nordbank: Das Verfahren gegen 6 Ex-Vorstände der ehemaligen Landesbank soll im August neu aufgerollt werden. Bild: HSH Nordbank

Die HSH Nordbank kommt dieser Tage nicht aus den Schlagzeilen. Erst vor kurzen war bekannt geworden, dass beim Verkauf der ehemaligen Hamburger und Schleswig-Holsteinischen Landesbank hunderte Millionen vom Verkaufserlös auf die Konten externer Berater geflossen sind. Zudem hatte Anfang Januar eine Gruppe von internationalen Gläubigern eine milliardenschwere Klage gegen die neuen Eigentümer der mittlerweile privatisierten Bank eingereicht.

Nun geht es erneut dem früheren Vorstand der HSH an den Kragen. Berichten von Hamburger Abendblatt und dpa zufolge wird das Strafprozessverfahren gegen sechs frühere Vorstandsmitglieder um ihren Vorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher nochmals aufgerollt. Demnach sind vom 16. August dieses Jahres bis zum 7. August 2020 bereits 42 Verhandlungstage angesetzt. Eine darüber hinausgehende Fortsetzung der Verhandlungen ist nicht ausgeschlossen.

Untreue und Bilanzfälschung

Auf dem Tisch liegen soll dann erneut eine Anklage wegen Untreue und auch in zwei Fällen wegen Bilanzfälschung. Im Verfahren vor dem Hamburger Landgericht waren die Angeklagten im Jahr 2014 zunächst freigesprochen worden. Erstmals hatte ein gesamter Bankvorstand auf der Anklagebank gesessen. Die Manager hatten 2007 einem Paket mit riskanten Kreditausfallgeschäften zugestimmt, mit dem die Bilanz der Bank aufgehübscht werden sollte. Die Maßnahme sorgte jedoch für einen dreistelligen Millionenschaden.

Die Hamburger Richter hätten, Medienberichten zufolge, den Freispruch damals damit begründet, dass die Fehlentscheidungen der Angeklagten nicht die "Grauzone in Richtung Strafbarkeit" überschritten hätten. Der BGH hatte das Urteil dann 2016 aufgehoben, weil der Frage nicht ausreichend nachgegangen worden wäre, ob die Vorstände ihren Pflichten ausreichend nachgekommen seien und die Risiken richtig abgewogen hätten. Nun wird das Verfahren vor dem Hamburger Landgericht neu aufgerollt. 

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