HSH Nordbank: Externe Berater kassierten über 300 Millionen

Sachwerte von Franziska Finkenstein

Beim Verkauf der Landesbank an US-Investoren ging ein Drittel des Verkaufspreises auf die Konten von externen Beratern. Die Summe würde alle ihre Befürchtungen übertreffen, sagen Kritiker - und sie könnte sogar noch steigen.

Die Kosten für Beratungsdienste beim Verkauf der HSH Nordbank belaufen sich aktuell auf über 300 Millionen und könnten weiter steigen.

Die Kosten für Beratungsdienste beim Verkauf der HSH Nordbank belaufen sich aktuell auf über 300 Millionen und könnten weiter steigen. Foto: Shutterstock / Yellowj

Bei der Privatisierung und Veräußerung der HSH Nordbank an ausländische Investoren war Beratungsexpertise gefragt - und diese hatte anscheinend ihren Preis. Mehr als 306 Millionen Euro erhielten Treuhänder, Wirtschaftsprüfer, Privatisierungs- und Rechtsberater für ihre Arbeit. Dies teilte der Hamburger Senat auf Anfrage der FDP in der Bürgerschaft mit.

Ausgaben könnten weiter steigen

„Die Höhe der Beratungskosten für den Verkauf der HSH Nordbank übersteigt alle meine Befürchtungen“, sagte Michael Kruse, Vorsitzender der FDP-Bürgerschaftsfraktion der dpa. Er geht davon aus, dass die Kosten auf 350 Millionen Euro ansteigen werden, da die Kosten aus dem Jahr 2018 noch nicht einkalkuliert wurden. Auch spricht er dem Senat „wenig Expertise“ für einen solchen, in der Privatwirtschaft üblichen Prozess zu, da rund ein Drittel des Verkaufspreises allein für Beratungsdienste ausgegeben wurden.

Die Landesbank wurde, nachdem sie zwei Mal von Hamburg und Schleswig-Holstein in Milliardenhöhen vor dem Bankrott gerettet wurde, im Februar 2018 für eine Milliarde Euro an ein Konsortium um die US-Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers übergeben. Erst vor zwei Wochen hatte eine Gruppe von internationalen Gläubigern eine milliardenschwere Klage gegen die neuen Eigentümer eingereicht, da sie im Zuge des Verkaufs Kurs-Mauscheleien vermuteten

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