gut beraten: Klassisches Lernen verliert an Bedeutung

Berater IDD von Florian Burghardt

Im Jahr 2018 hat sich die Weiterbildung im Versicherungsvertrieb stark verändert. Das zeigt die Jahresbilanz der Initiative gut beraten. Nicht wenige Vermittler scheinen indes die neue IDD-Pflicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Das kann sich rächen.

Die klassischen Präsenzveranstaltungen in Seminarräumen mit Dozenten verlieren bei vertrieblich Tätigen immer mehr an Bedeutung.

Die klassischen Präsenzveranstaltungen in Seminarräumen mit Dozenten verlieren bei vertrieblich Tätigen immer mehr an Bedeutung. Bild: Miroslavik/Pixabay

Bei der Brancheninitiative gut beraten blickt man freudig auf das vergangene Jahr zurück. Denn während in 2018 sehr viele Versicherungsvermittler ihre Tätigkeit aufgaben, wuchs die Anzahl der Teilnehmer an ihren Bildungsangeboten stärker denn je (das Startjahr 2014 der Initiative ausgenommen). Mit 34.596 neuen Bildungskonten (+26,3 Prozent gegenüber 2017) nehmen nun insgesamt 166.039 vertrieblich Tätige an gut beraten teil.

„Die IDD hat zum Jahresbeginn 2018 der Weiterbildung der vertrieblich Tätigen unserer Branche zweifellos einen deutlichen Schub gegeben“, analysiert Dr. Katharina Höhn, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Berufsbildungswerks der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) e.V., einen wichtigen Treiber dieser Entwicklung.

Bei weniger als 15 Stunden drohen Strafen

Zwar hatte sich das Inkrafttreten der Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) bis in den Dezember verspätet. Anscheinend hatte es sich aber schon vorher herumgesprochen, dass die von der IDD geforderten 15 Zeitstunden jährliche Weiterbildung bereits im Jahr 2018 vollständig zu erbringen waren. So konnte immerhin schon 68.249 gut beraten-Teilnehmern ihr 15 Stunden-Nachweis ausgestellt werden. Im Schnitt absolvierte jeder Teilnehmer im vergangenen Kalenderjahr 21,4 Stunden Bildungszeit.

Vertrieblich Tätige, die ihre 15 Stunden für ein Jahr nicht nachweisen können, sollten dies allerdings nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn bei Nichtnachweis handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 3.000 Euro je Verstoß geahndet werden kann. Bei mehrfachem Verstoß kann sogar die Vermittlererlaubnis entzogen werden.

Immer mehr betreiben E-Learning

Bei der Art der Lernform verlieren die klassischen Präsenzveranstaltungen zunehmend an Bedeutung. Hatte ihr Anteil Mitte 2018 noch bei 56 Prozent gelegen, sind es aktuell nur noch 52 Prozent. Vor drei Jahren hatten Präsenzveranstaltungen noch zwei von drei Terminen ausgemacht.

Im Gegenzug steigt das Interesse am E-Learning rasant an, beispielsweise durch Erklär-Videos/Webinare von Online-Bildungsanbietern. Der Anteil des selbstgesteuerten E-Learnings an gut beraten-Seminaren liegt mittlerweile bei 34 Prozent (+12 Prozent seit 2015).

Eine sehr große Anzahl und Vielfalt von Webinaren gibt es zum Beispiel auf der Onlinemesse profino. Mit den meisten der dortigen Angebote lässt sich IDD- und gut beraten-konforme Bildungszeit sammeln. IDD-Bildungsnachweise kann sich jeder profino-Nutzer schnell und einfach selbst herunterladen.

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