Gewerbegeschäft: Leichter Zugang dank Digitalisierung

Gewerbeversicherung von Stefan Hermann

Digitale Technologien sorgen für mehr Effizienz und Abschlüsse per Klick. Dadurch wird ein bisher kaum attraktives Segment zum Hoffnungsträger mit großem Cross-Selling-Potenzial.

Darum lohnt sich das Gewerbegeschäft

Abschluss per Klick: Darum lohnt sich das Gewerbegeschäft. Bild: Artem Efimov

Neue Technologien sind nicht nur eine Bedrohung für Makler. Hier ist der Beweis: Digitale Plattformen ebnen ihnen den Weg zur Vermittlung von Gewerbeversicherungen. Bisher war dieses Geschäftsfeld für einige Makler zu komplex und zu arbeitsintensiv. Welcher Vermittler schlägt sich schon gerne mit Risikofragebögen und Brandschutzkonzepten herum? Nur wenige trauten sich zu, gewerbliche Risiken präzise genug beurteilen zu können. Dafür ist Spezialwissen notwendig, das permanent aufgefrischt werden muss. Und dann verhindert der intensive Wettbewerb in diesem Segment unter Umständen auch noch attraktive Margen – so die landläufige Meinung. Daher war die Vermittlung von Gewerbepolicen für kleine und mittlere Makler bisher kaum interessant.

Risikoeinschätzung per Computer

Doch die Zeiten ändern sich. Neue Werkzeuge speziell für Vermittler wie zum Beispiel Firmen Digital von HDI ermöglichen nicht nur einen direkten Abschluss per Klick. Das Ausfüllen von Risikofragenbögen entfällt. Die Risikoeinschätzung übernimmt Kollege Computer, der dafür in Sekundenschnelle alle verfügbaren Daten analysiert. Anschließend wird der fertige Vertrag via Internet an den Kunden und seinen Vermittler verschickt und bereitgestellt. Die Dokumentation inklusive Beratungsprotokoll ist vollständig digital – End-to-end, wie es in der IT-Sprache heißt. Damit ist der Prozess automatisch gesetzeskonform.

Kleine und mittlere Firmen im Fokus

Solche Tools ebnen auf einfache und transparente Weise den Weg zu kleinen und mittleren Unternehmen. Das Kleinstgewerbegeschäft, also beispielsweise der Frisör um die Ecke, kann ein Makler selbst abwickeln. Um große Mittelständler und internationale Konzerne kümmern sich die Großmaklerunternehmen. Aber auch um alle Firmen dazwischen – und das sind Experten zufolge 2,4 Millionen an der Zahl in Deutschland – kann sich ab sofort jeder Makler kümmern. Die passenden Produkte dafür gibt es bereits, beziehungsweise sind bei fast allen Anbietern in der Testphase: „Die Versicherer achten bei der Entwicklung neuer Lösungen darauf, dass sie optimal digital berat- und abschließbar sind“, ist in der Branche zu hören. Idealerweise gibt es einen Grundschutz, der gezielt um Bausteine erweitert werden kann. Für jedes Unternehmen ist also die passende Lösung verfügbar.

Höhere Vertragsdichte

Nicht umsonst spricht das Kölner Beratungshaus Assekurata von einer „Wiedergeburt der Gewerbeversicherung“. Attraktiv ist das Geschäft auch, weil es großes Cross-Selling-Potenzial hat. Wer eine Cyber- oder eine Betriebsunterbrechungsversicherung abschließt, interessiert sich womöglich auch für eine Gruppenunfallversicherung, betriebliche Krankenversicherung und/oder betriebliche Altersvorsorge. Typischerweise ist die Vertragsdichte bei Gewerbekunden höher als bei Privatkunden. Ohnehin hat das Geschäft mit privaten Personenversicherungen in den vergangenen Jahren für Makler an Bedeutung eingebüßt. Aber dank neuer Technologien öffnet sich jetzt mit dem Gewerbegeschäft ein neues Tätigkeitsfeld.

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