GDV empfiehlt Wegfahrsperre für alkoholisierte Autofahrer

Versicherungen von Florian Burghardt

Jährlich sterben rund 300 Menschen auf Deutschlands Straßen durch Alkohol am Steuer, zudem werden tausende verletzt. Aus der Unfallforschung der Versicherer kommt nun der Vorschlag, dieses Risiko durch technische Überwachung einzuschränken.

Eine elektronische Wegfahrsperre für Autofahrer ab 0,5 Promille Alkohol im Blut könnte die Anzahl der Verkehrstoten reduzieren, so die UDV-These.

Eine elektronische Wegfahrsperre für Autofahrer ab 0,5 Promille Alkohol im Blut könnte die Anzahl der Verkehrstoten reduzieren, so die UDV-These. Bild: Pixabay

Die Kfz-Versicherer wandeln seit Jahren auf einem schmalen Grad zwischen Gewinn und Verlust. Studien zufolge werden dieser Situation über kurz oder lang einige Anbieter zum Opfer fallen. Eine Hoffnung der Versicherer sind sinkende Schadenkosten durch zunehmend autonom fahrende Autos und eine entsprechende Anpassung der Tarife. Wie genau der technische Fortschritt die Kfz-Versicherung verändern wird, kann anhand von visionären Vorstellungen aber nur gemutmaßt werden.

Eine Idee zur elektronischen Schadenverhütung kommt aktuell von der Unfallforschung der Versicherer (UDV), die Teil des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist. UDV-Leiter Siegfried Brockmann schlägt vor, alle neuen Kraftfahrzeuge mit alkoholempfindlichen Wegfahrsperren auszurüsten. Der Einbau der Geräte könnte, seiner Ansicht nach, über eine europäische Richtlinie geschehen und durch eine elektronische Blockade ab 0,5 Promille ein Starten des Fahrzeugs unmöglich machen. Wer dann noch ohne ein solches Gerät gefahren wäre, hätte in der Folge auf jeden Fall gegen das Gesetz verstoßen.

Jährlich rund 300 Tote

Laut Brockmann würden in Zukunft Einbauverpflichtungen für Gurtwarner, Spurverlassenswarner, Notbremsassistent und andere Systeme auf uns zukommen, die Unfälle reduzieren, aber teilweise geringere Potenziale haben. „Warum nutzen wir nicht die vorhandene Technik zur Bekämpfung eines unserer Hauptprobleme?“, so der UDV-Chef.

Gemeint ist, dass jährlich in Deutschland durch Alkohol am Steuer rund 300 Menschen getötet und tausende verletzte werden. In anderen europäischen Ländern sei das Problem teilweise noch größer. Allerdings schätzt der UDV die Wirkung von freiwilligen Maßnahmen der Alkoholkontrolle vor Fahrtantritt als sehr gering ein. So hätten Gutachten im Auftrag der Unfallforscher gezeigt, dass der Einsatz von Alkohol-Wegfahrsperren rechtlich aktuell nur in einem eng begrenzten Bereich möglich ist. Für freiwillige Teilnehmer wäre zum Beispiel eine Verkürzung der Sperrzeit zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis denkbar. Allerdings wäre auch aufgrund der Kosten für den Ein- und Ausbau nur mit einer kleinen freiwilligen Teilnehmerzahl zu rechnen. 

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