„Düsseldorfer Maklergespräche“: Wo es aus Vermittlersicht noch hapert

Berater von Florian Burghardt

Bei der Premiere der „Düsseldorfer Maklergespräche“ saßen Vermittler, Versicherer und Softwarehersteller an einem Tisch. Neben Problemen mit IT-Schnittstellen wurde auch der Ruf nach juristischen Spielregeln für die digitale Welt laut.

Beitragsanpassungen, IT-Schnittstellen, juristische Spielregeln für die digitale Welt: Bei den Düsseldorfer Maklergesprächen kamen viele Themen auf den Tisch, die Vermittlern wichtig sind.

Beitragsanpassungen, IT-Schnittstellen, juristische Spielregeln für die digitale Welt: Bei den Düsseldorfer Maklergesprächen kamen viele Themen auf den Tisch, die Vermittlern wichtig sind. Bild: "Düsseldorfer Maklergespräche"/BiPRO

Um dem freien Vertrieb funktionierende IT-Schnittstellen zu bieten und mehr Zeit für die Kundenberatung zu ermöglichen, ist aktive Zusammenarbeit nötig. Es sei nicht allein Aufgabe der Versicherer, die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen. Vielmehr müsse man sich gemeinsam an einen Tisch setzen und Lösungsansätze konstruktiv besprechen. Das sind die zentralen Erkenntnisse der ersten „Düsseldorfer Maklergespräche“, einer Initiative des Brancheninstituts für Prozessoptimierung (BiPRO), des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM).

So müssten die Vermittler „selbst ihre Hausaufgaben machen und in ihre eigene IT investieren“, meinte BVK-Vizepräsident Andreas Vollmer. Denn wer es auf Vermittlerseite nicht schaffe, sich sowohl technologisch als auch prozessual zukunftsorientiert aufzustellen, werde es im Markt hinsichtlich Zeitaufwand für und Kostendruck durch die Verwaltung immer schwerer haben.

Makler äußern ihre Bedenken

Allerdings stand im Fokus der Veranstaltung auch die Konkretisierung verbesserungswürdiger Funktionen aus Maklersicht. So wurde zum Beispiel in einem Workshop zum Thema Beitragsanpassung offensichtlich, dass viele Vermittler die Geschwindigkeit der Datenübertragung und zudem auch deren Qualität noch nicht als ausreichend erachten. Auch die juristischen Rahmenbedingungen für die „Spielregeln in der Digitalen Welt“ müssten konkretisiert werden. So sei es aus Sicht der Vermittler unklar, wann beispielsweise ein neuer Datensatz als tatsächlich zugegangen gilt.

BiPRO-Präsident Frank Schrills erklärte, dass nun die Arbeitsergebnisse und Ideen in die Arbeit des Vereins integriert und in Lösungen überführt werden müssten. „Hier ist es ganz wichtig, dass sich neben den Versicherern und MVP-Herstellern, auch die Vermittler weiter stark engagieren und an Projekten mitwirken“, so Schrills. BDVM-Vorstandsmitglied Holger Mardfeldt betonte, dass es für seinen Verband nun maßgeblich sei, für die Mitarbeit seiner Vermittler in der BiPRO zu werben.

procontra war exklusiver Medienpartner bei der BiPro-Veranstaltung der 1. „Düsseldorfer Maklergespräche“. Tilman Freyenhagen, Geschäftsführer des Alsterspree Verlags zu dem auch procontra gehört, führte durch die zweitätige Veranstaltung. Sein Eindruck: "BiPRO heißt Digitalisierung machen, anstatt darüber zu reden. Das ist anstrengend und aufreibend - bei Maklern, Versicherern und IT-Unternehmen. Das hat man in den zwei Tagen gemerkt. Aber auch einen klaren Tenor: So anstrengend und manchmal zäh das alles ist - die BiPRO ist alternativlos." Eine Fortsetzung der „Düsseldorfer Maklergespräche“ soll es im nächsten Jahr geben. Weitere Informationen gibt es hier.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare