Beim Duschen gestürzt: Arbeitsunfall auf Dienstreise?

Berater Recht & Haftung von Florian Burghardt

Ein Angestellter war auf einer Dienstreise beim Duschen gestürzt und wollte deshalb Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung einklagen. Über seine Forderung hatte das Thüringer Landessozialgericht zu entscheiden.

Handelt es sich um einen Arbeitsunfall, wenn ein Angestellter auf Dienstreise beim Duschen stürzt?

Handelt es sich um einen Arbeitsunfall, wenn ein Angestellter auf Dienstreise beim Duschen stürzt? Bild: Toa55

Eigentlich gelten für die Anerkennung von Arbeitsunfällen und damit für Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung klare Regeln. Allerdings ereignen sich auch immer wieder Szenarien, aufgrund derer die Geschädigten auf eine gerichtliche Entscheidung über ihre Leistungsansprüche bestehen.

So auch im Falle eines Mannes, der sich im Rahmen einer Dienstreise verletzt hatte. Zum Zweck der Eröffnung eines von ihm betreuten Projekts war der Angestellte bereits am Vortag angereist und hatte in einem Hotel übernachtet. Am nächsten Morgen war er dort beim Duschen ausgerutscht und hatte sich eine Fraktur des linken Knies zugezogen.

Nachdem die zuständige Berufsgenossenschaft entschieden hatte, dass es sich bei dem Vorfall nicht um einen Arbeitsunfall gehandelt habe, hatte das Sozialgericht (SG) die dagegen gerichtete Klage des Mannes abgewiesen. Dieser wollte jedoch nicht aufstecken und zog in Berufung vor das Landessozialgericht (LSG) in Erfurt.

Keine Anhaltspunkte für eine Ausnahme

Doch auch dort erlitt der Mann eine Niederlage (Az: L 1 U 491/18). Denn das LSG schloss sich der Auffassung der vorangegangenen Instanzen an, wonach das morgendliche Duschen auch auf einer Dienstreise grundsätzlich nicht versichert ist. Die konkrete Verrichtung des Klägers zum Unfallzeitpunkt (das Duschen) stand nicht im sachlichen Zusammenhang mit seiner versicherten Tätigkeit als Projektleiter, so die Begründung. Daran würde es auch nichts ändern, dass sich der Mann auf einer Dienstreise befand.

Denn auch dort gelte das Duschen als Körperreinigung und höchstpersönliche Verrichtung und damit grundsätzlich nicht im sachlichen Zusammenhang mit der Beschäftigung. Eine Ausnahme wäre es, wenn sich der Unfall während des Duschens durch eine spezifische Gefahr der versicherten Tätigkeit ereignet hätte. Doch dafür konnte das LSG keine Anhaltspunkte feststellen.

Das Urteil vom 20.12.2018 ist noch nicht rechtskräftig und kann noch per Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundessozialgericht angefochten werden.

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