Auto samt Kamera geklaut: Hausratversicherer verweigert Leistung

Berater Recht & Haftung Meistgeklickt von Florian Burghardt

Ob im Rahmen seiner Hausratpolice eine Kamera versichert ist, die einem Mann mitsamt seinem Kfz gestohlen wurde, konnte erst das OLG Dresden entscheiden. Die Argumentation des Versicherers wirft kein gutes Licht auf die Leistungsbereitschaft der Branche.

Einem Mann wurde sein Auto samt Kamera gestohlen. Warum sein Hausratversicherer für letztere nicht leisten wollte, dürfte für viele Versicherungsnehmer unverständlich klingen.

Einem Mann wurde sein Auto samt Kamera gestohlen. Warum sein Hausratversicherer für letztere nicht leisten wollte, dürfte für viele Versicherungsnehmer unverständlich klingen. Bild: Pixabay

Einem Mann wurde sein Auto gestohlen. Das ist für sich allein schon keine schöne Geschichte. Zu seinem Übel kam aber noch hinzu, dass sich in dem Fahrzeug auch seine Kamera inklusive Zubehör befunden hatte und folglich mitsamt dem Kfz entwendet wurde. Da seine Police im Rahmen der erweiterten Hausratversicherung auch Gegenstände im verschlossenen Fahrzeug miteinschloss, wollte der Mann seine Kamera vom Hausratversicherer ersetzt bekommen. Dieser verweigerte jedoch die Leistung. Der Fall ging vor Gericht.

Dort argumentierte der beklagte Versicherer zunächst vor dem Landgericht Leipzig (Az: 7 O 1509/15). Demnach wäre die bloße Entwendung der Kamera nach Aufbruch des Autos aufgrund der versicherten Gefahr Einbruchdiebstahl und der Erweiterung auf Elektrogeräte im Auto eigentlich versichert gewesen. Die zugrundeliegenden Versicherungsbedingungen würden jedoch die Leistung ausschließen, wenn das aufgebrochene Fahrzeug, in dem sich die Hausratgegenstände befinden, mitentwendet wird. Zudem könne man nicht mit Sicherheit sagen, dass sich Kamera nebst Zubehör tatsächlich im Auto befunden haben.

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