Ausbildungsgehälter 2018 gestiegen

Berater von Franziska Finkenstein

Die tarifliche Entwicklung der Azubi-Gehälter zeigte für 2018 einen bundesweiten Anstieg. Auch nähern sich die Vergütungen in Ost- und Westdeutschland immer weiter an.

Welche Ausbildungsberufe sind am besten bezahlt? Welche weniger? Gibt es große Tarifunterschiede in Ost- und Westdeutschland? Auswertungen des BIBB geben Antwort. Foto: Shutterstock / Robert Kneschke

Dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zufolge haben sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2018 um 3,7 Prozent erhöht und damit gegenüber dem Vorjahr verbessert. 2017 betrug der durchschnittliche Anstieg der Azubivergütung 2,6 Prozent. Das ergaben die Auswertungen zu den Ausbildungstarifen, die seit dem Jahr 1976 jährlich zum Stichtag 1. Oktober ausgewertet werden. Das bundesweite durchschnittliche Monatsgehalt beträgt 908 Euro brutto.
Aus den Ergebnissen geht ebenfalls hervor, dass immer noch Unterschiede zwischen den Azubi-Gehältern in West- und Ostdeutschland bestehen. Während in Westdeutschland 913 Euro brutto ausbezahlt wird, sind es in Ostdeutschland 54 Euro weniger. Allerdings wurde der Betrag im Osten mit 3,9 Prozent stärker erhöht als im Westen mit 3,6 Prozent. Ein Gesamtüberblick seit der Aufzeichnung zeigt: In Westdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsgehälter von 1976 bis 2018 real um 87 Prozent. In Ostdeutschland stiegen sie von 1992 bis 2018 um 65 Prozent.

Große Unterschiede zwischen Ausbildungsberufen

Hohe tarifliche Vergütungen wurden beispielsweise in den Berufen Mechatroniker/-in (gesamt: 1.088 €, West: 1.091 €, Ost: 1.070 €), Industriekaufmann/-frau (gesamt: 1.047 €, West: 1.051 €, Ost: 981 €) und Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen (einheitlich: 1.035 €) gezahlt. Im Vergleich dazu mussten sich Maler und Lackierer (einheitlich 718 Euro), Bäcker (einheitlich 678 Euro), Florist (gesamt 617 Euro), Friseur (gesamt 584 Euro) und Schornsteinfeger (einheitlich 518 Euro) mit deutlich weniger zufrieden geben. Die Auswertungen zeigen außerdem erhebliche Unterschiede zwischen den Ausbildungsressorts. So gibt es im Öffentlichen Dienst (einheitlich: 999 Euro), der Industrie und dem Handel (gesamt: 975 Euro) mehr Vergütung als in den freien Berufen (gesamt 832 Euro), dem Handwerk (gesamt 769 Euro) und der Landwirtschaft (gesamt 767 Euro).

Die Auswertung des BIBB setzt sich aus der Ermittlung von 181 Berufen in West- und 153 Berufen in Ostdeutschland zusammen. Daraus gehen Durchschnittswerte für Gesamtdeutschland hervor, wobei 89 Prozent der Ausbildungsverhältnisse auf die berücksichtigten Berufe entfielen.

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